75 Jahre danach – Gerettete Geschichte(n) zu NS-Zeit, Krieg und Neubeginn: Gedenkveranstaltung für die Bombentoten vom 9. März 1945

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Gedenkgottesdienst anschließend Totengedenken am Ehrenmal für die Bombenopfer vom 9. März 1945, sowie die Toten und Vermissten des Zweiten Weltkrieges aus Niedereimer. Mit diesem 9. März 1945 bringt man in Niedereimer schreckliche Ereignisse in Verbindung. An jenem Tag fanden auf einen Schlag 21 Menschen im Ort Niedereimer den Tod. Bei dem Gedenken an diesen Tag sollen aber ebenso die übrigen Kriegs- und Ziviltoten sowie die Vermissten aus Niedereimer nicht vergessen werden.

 

Zum 75. Jahrestag gedenken wir der Bombenopfer in Niedereimer vom 9. März 1945:

 

 

Heinrich Brinkmeier          Flakhelfer

Max Brummel                  Maschinist

Maurice Delormes            franz. Kriegsgef.

Felix Hartmann                Pionier

Heinrich Jakobskrüger      Flakhelfer

Heinz-Dieter Kaiser          Schüler

Helene Kaiser                  Hausfrau

Hildegard Kaiser              Schülerin

Ingeborg Kaiser               Schülerin

Margret Kaiser                 Schülerin

Elisabeth Kelle                 Hausfrau

Erika Kelle                         Kleinkind

Berthold Körner               Kleinkind

Elisabeth Körner              Hausfrau

Johanna Körner               Hausfrau

Winfried Körner               Schüler

Antonie Rampelmann       Witwe

Franz-Josef Reuther          KFZ-Lehrling

Paul Tönsmann                   Flakhelfer

Margarete Winkelmann     Köchin

Wilhelm Wolber               Polizeiobermeister

 

Euer Tod sei uns Mahnung zum Frieden

 

Was bedeutet der 9. März 1945 für Niedereimer?

 

Mit diesem 9. März 1945 bringt man in Niedereimer schreckliche Ereignisse in Verbindung. An jenem Tag fanden auf einen Schlag 21 Menschen im Ort Niedereimer den Tod. Doch wissen heute nur noch wenige alteingesessene und geschichtsinteressierte Niniviten, was es damit auf sich hat.

 

Am Nachmittag des 9. März 1945 wird durch die Alliierte Luftwaffe ein Angriff auf Niedereimer geflogen. In den ehemaligen Gebäuden der Ziegelei, an der heutigen Dieselstraße, stehen Fahrzeuge im sogenannten „Heereskraftfahrpark“ unter. Hier sammelte die Deutsche Wehrmacht kurz vor Kriegsende noch Automobile zum Transport von Soldaten. Mit dort untergebracht waren auch die zusammengezogenen Landser. Sie sollten von hier aus zu ihren neuen Einsatzorten transportiert werden.

Um ca. 17.00 Uhr nahm das Schicksal seinen Lauf. Die Bombenschächte der Flugzeuge öffneten sich und kurz darauf fielen etwa 80 Sprengbomben auf dieses Gelände nieder. Gegen 17.10 Uhr erfolgten die flächendeckenden Einschläge, die den Tod brachten. Das in der Nähe stehende Haus von Anton Kaiser, an der heutigen Niedereimerstraße, erhielt zwei Volltreffer. Alleine in diesem Haus fanden 18 Menschen den Tod. Die meisten der Opfer waren entweder noch Kinder oder Jugendliche bzw. junge Soldaten. Noch Tags zuvor hatte man das Haus, weil es als besonders sicher galt und von den Familien der umliegenden Häuser gern als Schutzraum aufgesucht wurde, noch besonders abgestützt. Doch auch diese Abstützung konnte den todbringenden Bomben nicht standhalten. Die Menschen wurden unter den Stein- und Geröllmassen begraben. Nur ein junges Mädchen konnte aus den Trümmern des Hauses schwer verletzt gerettet werden. Des Weiteren starben zwei Menschen auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei. Ein weiteres Haus – das der Familie Bienstein an der heutigen Sauerlandstraße – wurde durch die Bomben selbst zwar nicht getroffen, stürzte aber dennoch durch die Wucht der Bomben ein. Aus diesem Haus erlag einen Tag später ein älterer Mann im Arnsberger Krankenhaus seinen Verletzungen. Die anderen Bewohner und Schutzsuchenden konnten sich retten. Nach der Bergung der Leichen aus den Häusern wurden diese in der damaligen Volksschule aufgebahrt. Vier Tage später fand die Beisetzung der Verstorbenen auf dem Friedhof in Niedereimer statt. Während der Beerdigung gab es wiederum Fliegeralarm.

 

Seit diesem Tag wird jährlich eine Heilige Messe für diese Bombenopfer abgehalten. Ansonsten erinnert nur wenig an den grausamen, aber für Niedereimer gewichtigen Tag.

 

Bei dem Gedenken an diesen Tag sollen aber selbstverständlich die übrigen Kriegs- und Ziviltoten nicht vergessen werden. Auch für ihre Familien bedeutete es den schmerzlichen Verlust eines geliebten Menschen.

 

Die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Krieges hat uns gezeigt, dass wir dankbar sein müssen für den nun 75 Jahre währenden Frieden in Deutschland.

 

(Detlev Becker, Ortsheimatpfleger)

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