Lohnende Gesprächsrunde mit Dechant Propst Hubertus Böttcher – Kirche muss wieder „offener – menschlicher – sozialer“ werden

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Lohnende Gesprächsrunde mit Dechant Propst Hubertus Böttcher

Kirche muss wieder „offener – menschlicher – sozialer“ werden

NIEDEREIMER Zu einem offenen Erfahrungs- und Meinungsaustausch hatte die Kirchengemeinde Sankt Stephanus Niedereimer den Leiter der Propsteipfarrei St. Laurentius Dechant Propst Hubertus Böttcher eingeladen. Der Einladung des Gemeindeteams und des Kirchenvorstandes waren 28 Mitglieder aus Niedereimer zwischen 20 und 90 Jahren gefolgt. Zuerst stellte Propst Böttcher die allgemeine Situation im Pastoralen Raum vor. So sind ab 2024 nur noch 2,5 Priesterstellen und 1,5 Gemeindereferentenstellen geplant. Aber auch heute schon können die vorhandenen Priester nicht mehr alles abdecken und stemmen. Seiner Aussage nach können somit die Hauptamtlichen die Kirche vor Ort nicht retten, hier seien mehr denn je die Laien, Engagierten oder Ehrenamtlichen gefragt. Die Kirche sei im Wandel der Zeit und Paderborn hätte diesen Strukturwandel vorgegeben und man müsste nun den Dialog suchen. Im Gegenzug könnten aber ebenso wenig auch die Menschen vor Ort noch das volle Programm leisten. Es sei ein Um- und Weiterdenken für die Zukunft dringend notwendig. Nach der Kirchenvorstandswahl sollen nun drei Hauptgruppen gebildet werden, die zusammen mit den 16 gewählten Mitgliedern die Arbeit neu koordinieren. Auch neu ist das Beschwerdemanagement in Paderborn, welches jedem die Möglichkeit gibt sich über Kirche zu äußern. Gleichzeitig betonte er, dass Wortgottesdienste durch ausgebildete Laien jederzeit möglich seien und von „oben“ sogar gewünscht würden.

Als durchaus positiv bezeichnete Propst Böttcher die guten Kirchenbesucherzahlen und das hohe Spendenaufkommen in der Stephanusgemeinde. Die spontane Sammlung bei der Agapefeier für die Fazenda von Pater Stapel in Mosambik hätte das tolle Ergebnis von 225,- Euro gebracht. Man könnte daran sehen, dass in Niedereimer noch viel gebetet, eine hohe Religiosität vorhanden sei und Kirche gelebt würde. Auch lobte er die Vielzahl vorgeschlagener Mitglieder für das neue Gemeindeteam. Hier sollen alle Vorgeschlagenen nun zuerst von bestimmten Personen und danach erst durch Pater Werner für eine Mitarbeit im Team angesprochen und motiviert werden um sich dann im Gemeindeteam oder der Gemeindearbeit einzubringen. Auch dürften die Gemeinden Kritik üben an der Arbeit der Geistlichen und dieses durch Rückmeldungen per Anruf, E-Mail oder whatsapp kundtun, so Propst Böttcher.

Kritik kam bei der Gesprächsrunde von Seiten der Teilnehmer auf, da in der Karwoche und an den Ostertagen nur die Osternachtfeier in Niedereimer angeboten worden wäre. Hier seien die kleinen Pfarreien wie St. Stephanus oder St. Franziskus Xaverius einfach zu wenig berücksichtigt worden. Ebenso sei die Kommunikation in alle Richtungen maßgeblich zu verbessern, Gespräche müssten weitergegeben und Veröffentlichungen bekanntgaben werden. Auch der Wunsch die Messdienerarbeit vor Ort zu unterstützen und zu stärken stand ganz vorne an. Man wünschte sich ebenfalls, dass den Jugendlichen das Firmsakrament wechselweise in der Stephanuskirche und der Hl. Kreuzkirche gespendet würde. Gleichzeitig sollte den Kindern und Jugendlichen nach der Kommunion und Firmung die Möglichkeit nah gebracht werden in Gruppenstunden mehr Kirche zu leben und zu erleben. Angesprochen wurde auch den Schwerpunkt „Familienpastoral“ in Niedereimer anzusiedeln, um somit die Aufgaben der Kirche in Niedereimer zu stärken und zu repräsentieren sowie der Gemeinde die entsprechende Wertschätzung zu kommen zulassen.

Die Kirche muss wieder offener – menschlicher – sozialer werden. Diesen Wunsch äußerte sowohl Propst Böttcher als auch die Teilnehmer der Gesprächsrunde. Allerdings musste die Kirche erst in eine Krise geraten um dies zu erkennen, so Propst Böttcher. Zudem müssten die Seelsorger wieder mehr für die Menschen da sein sowie verstärkt seelsorgerische/geistliche Präsens zeigen. Dieses sei jedoch nur möglich wenn die Geistlichen von ihren verwaltungstechnischen Aufgaben entlastet würden.

Im Schlusssatz betonte Propst Böttcher, dass die Stephanusgemeinde – wie auch alle anderen Gemeinden des Pastoralen Raumes – das Heft selbst in die Hand nehmen und sich aktiv an der Neugestaltung der Kirche beteiligen müsste. Es konnten erfreulicher Weise bereits in der Gesprächsrunde ansatzweise Lösungswege für die Probleme zur Messdienerarbeit und Kommunionvorbereitung gefunden werden. Auch will Dechant Böttcher die Stimmung der Gläubigen mit nach Paderborn nehmen um sie den verschiedenen Gremien aufzuzeigen.

Als Fazit bedankten die Teilnehmer sich bei Propst Böttcher für sein Kommen und Zuhören, die Gemeindemitglieder fühlten sich ernst genommen. Ebenso dankten sie Propst Böttcher für das offene Ohr und die Annahme der konstruktiven Kritik. Sowohl von Seiten des Propstes als auch der Stephanusgemeinde wurde eine Wiederholung einer solchen Gesprächsrunde in absehbarer Zeit gewünscht.

Text und Foto: Detlev Becker

FOTO: Dechant Propst Hubertus Böttcher mit Gemeindemitgliedern von St. Stephanus

 

Gespräch mit Propst Böttcher am Donnerstag, 2. Mai um 18:00 Uhr im Stephanushaus in Niedereimer.

An diesem offenen Gesprächsabend soll es um die aktuellen Fragen von Kirche und

unserer neuen Propsteipfarrei gehen. Dazu sind alle Gemeindemitglieder eingeladen.

 

 

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