Jan Simon im Sturm mit den
Schalke-Profis

     Blau-Weiß, das sind die Farben von Jan Simon. Der 10-Jährige kickt aber nicht nur als Stürmer für den TuS Niedereimer, genauer gesagt für die Spielgemeinschaft mit Wennigloh: Am Sonntag trainierte der junge Ballkünstler mit den "großen" Blau-Weißen auf Schalke.

     Die Liebe zu Schalke ist bei den Simons so zu sagen Familiensache: Vater Ralf ist Mitglied des Arnsberger Schalke-Fanclubs und nimmt Sohn Jan und Tochter Julia schon mal mit in die Veltins-Arena, wenn Kuranyi, Asamoah und Co. spielen.

     Doch einmal selbst mit den Stars auf das Grün, das durfte jetzt nur Jan. Als eines von nur 22 Kindern aus ganz Deutschland bekam er am Dienstag vergangener Woche die Einladung zum Showtrainig mit den Profis.

     Und während sich rund 100 000 Besucher am Tag der offenen Tür auf Schalke durch die Arena und über das dazugehörige Gelände schoben, ging es für Jan in das "Allerheiligste": Zunächst einmal hieß es für die Nachwuchs-Kicker: Ab in die Umkleidekabine. "Aber nicht mit den Schalkern zusammen", sagt Jan. Stattdessen bekamen die Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren ihren eigenen Raum und auch gleich die passenden weißen Schalke-T-Shirts.

     Dann ging es hinaus in die Arena. Zunächst auf die Spielerbank, von wo aus die kleinen Fußballer den Einlauf "ihrer" Blau-Weißen gespannt verfolgten. Beim Zugucken sollte es aber nicht bleiben. Immer gemeinsam mit einem Profi nahmen die jungen Fußballer die anspruchsvollen Übungen auf dem Rasen in Angriff.

     Allen voran Jan. Zusammen mit Gerald Asamoah führte der 10-Jährige aus Niedereimer seine Trainigsgruppe an, absolvierte Über-Kreuz-Läufe und den Parcours über kleine Hürden. Seine Familie verfolgte den Einsatz des Sprosses gebannt von der Tribüne aus.

     Richtig spannend wurde es für Kicker und Zuschauer mit dem 30-minütigen Spiel. Diesmal stand Jan an der Seite von Mimoun Azaouagh. Eine gute Konstellation, wie sich herausstellen sollte: "Der hat mich gefragt, welche Position ich spiele", berichtet Jan. "Und als er hörte, dass ich Stürmer bin, hat er gesagt ,Gut, denn wir spielen jetzt im Sturmī."

     Ein Tor hat Jan zwar nicht geschossen, aber so eine 1-A-Vorlage geliefert, dass Azaouagh lobend bemerkte: "Das war eigentlich dein Tor."

     Auch die übrigen Besucher hatten die Gelegenheit, die Schalker Spieler aus der Nähe zu sehen - aber nur an Autogrammständen und bei einigen Interviews auf der kleinen Bühne. Das Spielfeld war tabu. "Ich hätte sofort mit Jan getauscht", sagt Vater Ralf Simon lachend. Aber nicht Neid, sondern Stolz klingt aus seinen Worten. Denn anstatt sich selbst in eine der Schlangen an den Autogrammständen einzureihen, hatte er nur Augen für seinen Sohn: "Er war mein Hauptinteresse".

     Schwer bepackt nahmen die Familie Jan gegen Abend wieder in Empfang: Eine ganze Tüte voller blau-weißer Souveniers schleppte der kleine Stürmer mit zurück nach Niedereimer. Und jede Menge Autogramme auf Karten, T-Shirt und Trikot. Eine CD mit Fotos von Jans "Profi-Einsatz" soll in der nächsten Zeit auch noch folgen.

     So einen Tag würde Jan Simon gerne noch einmal erleben. Doch: "Andere Kinder möchten ja vielleicht auch mal da mitspielen", denkt der Viertklässler an seine Mitfans und trainiert nach Ende der Ferien wieder fleißig bei seinen heimischen Blau-Weißen in Niedereimer.



(Text: WestfalenPost, 23.07.2007, eingereicht von Klaus Simon)