Sophia Dransfeld - Lehrerin mit Herz und Seele


N A C H R U F

     Am vergangenem Freitag (24. November) verstarb im Alter von 85 Jahren die beliebte Pädagogin Sophia Dransfeld, nach langem Krankenlager, im Caritas-Alten- und Pflegeheim in Arnsberg.

     Sophia Dransfeld erblickte am 5. Februar 1921 in Bruchhausen, als ältestes von sechs Kindern, das Licht der Welt. Der Vater verdiente seinen Lebensunterhalt als Schuhmacher und die Mutter war Hausfrau. Ihre glückliche Kindheit verbrachte sie in ihrem Heimatort Bruchhausen sowie bei ihrer Tante, einer Lehrerin, in Salway. Hier erfolgte auch ihre Einschulung im Jahre 1927. Die 1. Heilige Kommunion empfing sie, als Nachbarkind der Kirche, wieder in Bruchhausen. 1932 kam Sophia Dransfeld zum Lyzeum (heute Mariengymnasium) nach Arnsberg. 1937 wechselte sie ins Mutterhaus der "Armen Schulschwestern" nach Brakel-Brede, wo sie 1940 ihr Abitur ablegte.

     Von ihrer Tante vorgeprägt, war der Beruf der "Volksschullehrerin" ihr Ziel. Sie absolvierte an der Pädagogischen Hochschule in Dortmund ihr Studium. Durch die Kriegsjahre und den Lehrermangel bedingt verlief die Ausbildung recht schnell. Diese verkürzte Ausbildung hat man ihr in allen ihren Berufsjahren jedoch nie angemerkt, sie meisterte ihre Aufgabe mit Bravour. Bereits 1941 trat sie ihre erste Stelle als Lehrerin in Balve-Garbeck an, wo sie bis zum Jahre 1947 blieb. Danach erfolgte die Versetzung in ihre zweite Heimat nach Nieder-Salway.

     Am 1. September 1957 trat sie die Stelle an der damaligen Volksschule in Niedereimer an. Hier arbeitete und wohnte sie als zweite Lehrkraft zuerst in der "Alten Schule". Ihr Silbernes Dienstjubiläum feierte sie am 20. Juni 1966 in Niedereimer. Im selben Jahr noch bezog die Schule ihr neues Gebäude an der Friederichshöhe. Zwei Jahre später, am 1. August 1968, übernahm sie von ihrem Vorgänger die Leitung der Schule in Niedereimer. 1977 feierte die Schule das 100-jährige Bestehen. Das 40-jährige Dienstjubiläum beging sie in einer großen Feierstunde am 11. November 1981 in ihrer Schule. Mit reichlich Wehmut wurde sie am 22. Juni 1984, nach 43 Jahren erfolgreichen Wirkens, in den Ruhestand verabschiedet. 27 ihrer 43 Dienstjahre verbrachte sie in Niedereimer. Vielen Jungen und Mädchen, über Generationen hinweg, hat sie das nötige Rüstzeug fürs Leben mitgegeben, dafür sei ihr herzlich gedankt. Ihr Beruf "Lehrerin" war eine Berufung und Lebenswahl für sie. Neben ihrem Schuldienst wirkte sie zudem rege am Dorfleben in Niedereimer mit, sie war immer Lehrerin und Ansprechpartner vor Ort. Geprägt war zudem ihr Leben und Wirken vom tiefen christlichen Glauben.

     Seit ihrer Pensionierung 1984 wohnte Sophia Dransfeld, gemeinsam mit der Familie ihrer Schwester, wieder im Elternhaus in Bruchhausen. Seit 2001 pflegte ihre Schwester sie, bis sie nach einem Schlaganfall 2003 ins Pflegeheim musste.

     Vor ihrer Krankheit beschäftigte sich Sophia Dransfeld mit Kochen, Hand- und Missionsarbeit sowie Theaterbesuchen. Große Freude bereiteten ihr die Reisen ins In- und Ausland. Hier standen Wandern sowie Kunst und Kultur auf dem Pflichtprogramm. So nahm sie im Heiligen Jahr 1954 am ersten Pilgerzug nach Rom teil. Ebenso beteiligte sie sich an Wallfahrten nach Werl, Lourdes, Fatima oder Banneux.

     Bei Klassentreffen ehemaliger Schüler, ob in Niedereimer oder anderswo, war sie immer ein gern gesehener Gast. Auf ihren täglichen Spaziergängen in Niedereimer oder Bruchhausen hatte sie stets Zeit für ein Gespräch.

(Text und Foto: Detlev Becker)