Die geschichtliche Entwicklung
der Feuerwehr Niedereimer



Bei dem Brand 1833 im Obereimer Forst beteiligen sich auch die Niedereimer Bürger an den Löscharbeiten. Dafür werden sie später von der königlichen Regierung zu Arnsberg belobigt. Im Januar 1844 werden einige neue "Häusler" aus Niedereimer von der Gemeindevertretung aufgefordert einen Feuereimer an die Gemeinde abzuliefern. 1849 erstellt die Gemeindevertretung eine Ordnung für den Nachtwächter und Schweinehirten, worin es heißt, dass er bei einer ausbrechenden Feuersbrunst sofort durch außergewöhnliches Blasen dies kundzutun hat und bei dem Vorsteher Meldung machen muss. Bereits im Jahre 1881 denkt die Gemeinde Niedereimer über die Anschaffung einer Feuerspritze nach. Diese wird jedoch wegen derzeit hoher Abgaben und einer fehlenden ausgebildeten Mannschaft abgelehnt. Doch schon ein Jahr später wird die geforderte Feuerspritze angeschafft. Erste Spritzenmeister werden der Schreinermeister Franz Lichte und der Schlosser Hermann Rüther. Nun, da sich die Spritze im Ort befindet, soll auch das dazugehörige Spritzenhaus mit notwendigen Löschgeräten gebaut werden. Dieser Bau erfolgt im Jahre 1883 auf dem "Gemeindegrundstück in den Erlen, wo sich zwei Wege rechtwinkelig schneiden". 1884 wird von der Notwendigkeit zur Gründung einer für den Ort eigenen freiwilligen Feuerwehr gesprochen. Bis zur eigentlichen Gründung vergehen aber noch über 20 Jahre.

Am 15. November 1908 treten 35 Männer aus der Gemeinde Niedereimer dem Entschluss zur Einrichtung einer Pflichtfeuerwehr entgegen und gründen die Freiwillige Feuerwehr Niedereimer. Bereits im ersten Jahr werden neue Einsatzgeräte und Uniformen beschafft sowie das vorhandene Material überprüft und gereinigt. Während der ersten 20 Jahre kommt es immer wieder zu Wechseln an der Spitze der Wehr. Am 23. August 1923 brennt ein Stück Heimatgeschichte nieder, die "Dicke Eiche" wird ein Raub der Flammen. Immer wieder rückt die noch junge Wehr im Laufe der Jahre zu kleineren Brandeinsätzen oder Hochwassern aus. Während der Nazizeit kommt es zu wesentlichen strukturellen Änderungen. Aus diesem Grund gibt es viele Austritte. Um diese Austritte und den Abzug der wehrpflichtigen Männer im 2. Weltkrieg aufzufangen, werden in den Jahren 1942/43 14 Männer zum Feuerwehrdienst verpflichtet. Zwei große Brände, bei Bienstein und Mette, treten während des 2. Weltkrieges ein. Nach der Terrorherrschaft und den Hungerjahren wird es auch bei der Feuerwehr Niedereimer wieder etwas ruhiger. Zur Freude aller Kameraden und zur Sicherheit aller Einwohner erhält die Wehr erstmals einen Tragkraftspritzenanhänger. Damit bekommt die Wehr erstmals eine gute technische Ausrüstung. Ein großer Brand vernichtet an Schützenfest 1952 den Hof Glaremin, nur durch das beherzte Eingreifen von Feuerwehr und Mitbürgern kann ein großer Teil von Mobiliar und Kleidung gerettet werden. Im Jahre 1956 haben die Hornisten und die Handsirene ausgedient. Die erste Sirene wird auf dem Gebäude der Fa. Grothoff & Schulte angebracht. Im Februar 1957 wird die über 60 Jahre alte "Feuerspritze" ausgeschlachtet und an den Schrotthändler verkauft. Somit geht ein altes Handwerksstück verloren.
Bei dem Feuer auf dem Bauerhof "Oehme" Bienstein werden 1958 viele Tiere getötet und eine Menge Vorräte verbrennen. Der Kamerad August Reuther rettet unter Einsatz seines Lebens noch einige Tiere vor dem qualvollen Feuertod. Anfang August 1958 begeht die Feuerwehr Niedereimer ihr 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass finden sich die Ortsvereine und viele Feuerwehrkameraden aus dem Altkreis Arnsberg in Niedereimer ein. Nach Festzug und Einsatzübung trifft man sich in der Schützenhalle zum gemütlichen Ausklang.

1961 beginnt man mit ersten Planungen für ein neues Gerätehaus an alter Stelle. Zwei Jahre später wird das alte Spritzenhaus abgerissen und ein modernes Gerätehaus entsteht.

Seit 45 Jahren wird nun schon ein Feuerwehr-Königspaar in Niedereimer ermittelt. Als erste erringen Adolf Hagedorn und Hedwig Voß 1962 diese Würde, während eines Ausflugs mit dem Bus durchs Sauerland.

1963 erhält die Wehr einen neuen Tragkraftspritzenhänger. Bereits zwei Jahre später schafft die Gemeinde ein Löschgruppenfahrzeug mit fest eingebauter Pumpe an. Dieses Fahrzeug ermöglicht der Wehr gleichzeitig, ohne viel Anstrengung, Mannschaft und Gerät an den Einsatzort zu befördern. 1968 feiert die Feuerwehr Niedereimer in Verbindung mit dem Amtsfeuerwehrfest das 60-jährige Bestehen. Zu diesem Anlass wird auch die neu angeschaffte Fahne offiziell vorgestellt und feierlich geweiht. In den Jahren 1969 bis 1978 führt der TuS Niedereimer den internationalen Waldvolkslauf durch. Bei dieser Veranstaltung wirkt auch die Feuerwehr unterstützend mit. Im Juli 1970 brennen die Stallungen des Landwirtes Blöink bis auf die Grundmauern nieder. Das Großvieh kann gerettet werden, doch etwa 700 Hühner verenden qualvoll. Die Schlagkraft der Wehr kann 1973 durch die Beschaffung eines VW-Bullis erhöht werden. Somit können die Wehrmänner nun schneller zum Einsatzort gelangen. Bereits ein viertel Jahr nach der kommunalen Neugliederung im Jahre 1975 kommt es zum ersten Brand in Niedereimer. Wieder einmal trifft es den Hof Bienstein an der Friedrichshöhe. Da es keine Rettung für Lager- und Geräteschuppen gibt, konzentrieren sich die Arbeiten auf das Erhalten des Wohntrakts.
1976 wird der Schulungsraum im Gerätehaus um den ehemaligen Raum des Gemeindedieners sowie eines Toiletten- und Garagenanbaus erweitert. Die Stadt bezahlt die Materialien, die Kameraden investieren ihre Freizeit in diesen Bau. Im Herbst des Jahres findet die größte jemals stattgefundene Katastrophenschützübung des Landes NRW im Niedereimer Forst statt.

1977 wird in der Stadt Arnsberg eine Jugendfeuerwehr gegründet. Auch vier Jungen aus Niedereimer treten der Jugendfeuerwehr bei. Eine kleine gemütliche Geburtstagsfeier in Verbindung mit der Abschlussübung begeht man im Jahre 1978. Erstmals werden drei Kameraden 1980 mit Funkmeldeempfängern ausgestattet. Nun wird bei Kleineinsätzen nicht mehr per Sirene alarmiert. Im selben Jahr findet im Einmündungsbereich Wannestraße / Sauerlandstraße die Großübung von Feuerwehr, THW, DRK und Polizei statt. Ein modernes Löschfahrzeug erhält die Wehr 1981, dieses ist wieder ein LF 8. Bei dem Jahrhunderthochwasser am 2. Juni 1981 sind die Wehren der gesamten Stadt Arnsberg und das THW in Niedereimer im Einsatz. Vollgelaufene Keller gibt es in der Wannestraße und in der Siedlung, ebenfalls wurden Straßen teilweise unterspült. Im Herbst kommt es zum zweiten Großeinsatz des Jahres. Die Leuchtenfirma Wiegelmann in der Dieselstraße brennt bis auf die Grundmauern nieder.

Der 9. Stadtfeuerwehrverbandstag findet aus Anlass des 75-jährigen Bestehens der Wehr im Juni 1983 in Niedereimer statt. Zahlreiche Gäste aus Arnsberg, Sundern und der Politik finden sich nach dem Festzug in der Schützenhalle ein. Im Jahre 1985 bietet die Feuerwehr Vorträge zum vorbeugenden Brandschutz an, die Resonanz ist leider sehr gering. Nachdem der Bulli ausgemustert worden war, konnte die Wehr 1986 ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug in Empfang nehmen. Damit wurde die Schlagkraft der Wehr wieder erhöht. Im Jahre 1986 findet erstmalig ein Tag der offenen Tür am Gerätehaus statt. Neben den Vorführungen wird für das leibliche Wohl ebenfalls bestens gesorgt. Auch der 80. Geburtstag wird wieder in Verbindung mit dem Stadtfeuerwehrverbandstag in Niedereimer gefeiert. Der Brand im Jahre 1989 bei der Firma Grothoff & Schulte konfrontierte die Wehr mit besonderen Schwierigkeiten während des Einsatzes, wie gefrierendes Löschwasser sowie der Auto- und Schienenverkehr. Der Brand bedeutet das endgültige Aus für das Unternehmen. Wieder einmal findet nach den Jahren 1975, 1981, 1986 auch 1989 eine Anhörung zur Wehrführung in der Schützenhalle statt. Dieser Ort wurde aufgrund der topografischen Mitte der Stadt Arnsberg gewählt. 1990 im Herbst bricht die Feuerwehr mit Partnerinnen, Freunden und Gönnern erstmals zu einer Mehrtagesfahrt auf. Ziele der Fahrten waren bis heute Trier, Bremen, der Harz, Heidelberg, Berlin und Leipzig.
Im sogenannten Ringtausch erhält Niedereimer für das Tragkraftspritzenfahrzeug im Jahre 1991 einen neuen Bulli als Mannschaftstransportwagen. Im Jahre 1993 kommt es wiederum zu einem Fahrzeugwechsel. Für das LF 8 erhält die Feuerwehr ein LF 8/6, dieses Fahrzeug ist zusätzlich mit Wassertank und Schnellangriffseinrichtung sowie technischer Hilfeleistung ausgerüstet. Mit der Eröffnung der Autobahnauffahrt Niedereimer erweitern sich im selben Jahr die Aufgaben auf die Autobahnteilstücke zwischen Niedereimer und Hüsten sowie Niedereimer und Uentrop für die Wehr. Gleichzeitig erhält die Wehr auch weitere drei Funkmeldeempfänger. Seit Herbst 1994 veranstaltet die Feuerwehr regelmäßig ihren Tag der offenen Tür, der sich in jedem Jahr größerer Beliebtheit bei jung und alt erfreut. Am Rosenmontag 1996 rückt auch die Feuerwehr Niedereimer zum größten Brand der Nachkriegsgeschichte in Arnsberg aus. Die Lagerhallen der Spedition Schnier in Hüsten werden ein Raub der Flammen. Ende des Jahres rücken die Niedereimer sowie die Arnsberger Wehr und das THW zu einem spektakulären Einsatz auf der Ruhr aus. Hier droht ein mit zwei Personen besetzter PKW in den Fluten zu versinken. Den Rettungsmannschaften gelingt es aber beide zu retten, bevor das Auto untergeht.
Im November 1997 findet die 20-Jahrfeier der Jugendfeuerwehr in Niedereimer statt. Hierzu ist viel Prominenz aus Stadt, Kreis und Land vertreten. Am 9. Mai 1998 erfolgt ein Führungswechsel innerhalb der Löschgruppe. Nach fast 25 Jahren übergeben Rainer Osterhaus und Wilfried Glaremin die Leitung an Dirk Sölken und Detlev Becker. Beim Familienausflug 1998 wird erstmals ein Kinderkönig ermittelt, dieser wird Stephan Voß. Im August 1999 brennt die Produktionshalle der Firma ELPRO auf der Dieselstraße nieder. Bei diesem Großeinsatz ist erstmals der schon seit lange bestehende Basislöschzug Niedereimer/Bruchhausen tätig. Erstmals tritt 1999 eine Frau der Feuerwehr Niedereimer bei. Sie muss jedoch aus beruflichen Gründen bereits nach einem halben Jahr wieder ihren Austritt erklären. Bei der Kreisdelegiertentagung im Mai 2000 in Marsberg erhält Peter Glaremin das Feuerwehrehrenkreuz des Landes in Silber. Er ist in der Ausbildung auf Kreis- und Landesebene tätig und zusätzlich noch in Ausschüssen des Landes NRW für das Feuerlösch- und Rettungswesen. Zur Überprüfung des 2. Rettungsweges an Schulen wird im Jahre 2001 die Wannetalschule Niedereimer ausgesucht. Hierbei soll überprüft werden, wie und in welcher Zeit eine geeignete Rettung von Kindern erfolgen kann. Allen Grund zur Freude gibt es für Horst Glaremin beim Tag der Feuerwehr, hier erhält der langjährige Gerätewart und Mitwirkende in der Brandschutzerziehung und -aufklärung das Feuerwehrehrenkreuz des Landes in Silber. Eine solche Auszeichnung erhalten nur wenige Kameraden. Die Brandschutzerziehung im Herbst 2001 wird von den Kindern des AWO-Kindergartens genutzt, um den angetretenen Feuerwehrmännern ihr eigens komponiertes Feuerwehrlied vorzustellen.
Am 21. Oktober 2001 findet erneut eine Anhörung zur Wehrführung auf der Friedrichshöhe in Niedereimer statt. Hier wird der aus Niedereimer stammende Brandamtmann Peter Glaremin zum neuen Stadtbrandmeister vorgeschlagen und in der darauf folgenden Ratssitzung bestätigt. Während der Agathafeier im Jahre 2002 werden vier Kameraden für 25-jährige aktive Zugehörigkeit zur Feuerwehr geehrt. Diese vier Kameraden traten 1977 der neu gegründeten Jugendfeuerwehr bei und halten der Feuerwehr bis heute die Treue. Dieses ist bisher einmalig im gesamten Stadtgebiet. In der Zeit vom 8. bis 12. Mai 2002 finden die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr in Niedereimer statt. Am Jubiläumsabend nimmt viel Prominenz aus Stadt, Kreis und Land teil. Andreas Bertram aus Niedereimer wird an diesem Abend zum Brandmeister befördert und gleichzeitig zum Zugführer der Jugendfeuerwehr ernannt. In den darauf folgenden Tagen schließt sich das Jugendlager in der Halle Friedrichshöhe an. Beendet werden die Feierlichkeiten mit dem allseits beliebten Frühschoppen. Eine besondere Herausforderung an die Brandschutzerzieher ist der Besuch von 11 Behinderten der Caritas im Juli. Doch auch dieser Angelegenheit ist man gewachsen, dank des guten Zusammenspieles zwischen Wehr und Betreuern. Am 1. Oktober feiert der AWO-Kindergarten seinen 20. Geburtstag. Hierzu gratuliert, aufgrund der guten Zusammenarbeit, die Führung und bringt das Brandhaus für die ‚Nachwuchskräfte' mit. Orkanartige Böen ziehen am 27. Oktober über ganz Europa hinweg. Die Wehr braucht aber glücklicherweise nur auszurücken, um umgestürzte Bäume zu entfernen. Das Jahr endet mit der Jahresübung am 2. November bei der Firma Ernst Keller auf der Sauerlandstraße. Hier sind die Kameraden aus Niedereimer und Bruchhausen sowie der Fernmeldezug eingesetzt.
Kurz nach dem Jahreswechsel findet im Kulturzentrum die Beratung zum neuen Brandschutzbedarfsplan der Stadt Arnsberg statt. Hierzu treffen sich die Führungskräfte der Feuerwehr und die Vertreter der Politik am 16.Januar 2003. Die damit im Zusammenhang stehende Alarm- und Ausrückeordnung wird im Laufe der Jahre mehrfach be- und überarbeitet. Das Fußballländerspiel Deutschland gegen China der Damen wird am 16. März im Stadion "Große Wiese" ausgetragen. Bei strömendem Regen beteiligen sich einige Kameraden als Ordner am Spielfeldrand. Im April des Jahres erfolgt die Sanierung der Toiletten und des Eingangsbereiches im Gerätehaus. Hierbei engagieren sich einige Feuerwehrkameraden mächtig. Zum Kameradschaftstreffen der Ehrenabteilung finden sich über 100 Kameraden am 10. Juni in der Halle Friedrichshöhe ein. Hier zeichnet man altgediente Feuerwehrmänner mit der Treuemedaille aus und die ältesten Kameraden erhalten kleine Präsente. Am 12. Juli, dem Schützenfestsamstag, kommt es früh morgens zu einem Großeinsatz bei der Firma Pfleiderer in Bruchhausen, hier ist giftiges Phenolharz ausgetreten. Viele Stadtteileinheiten, so auch Niedereimer, sind teilweise unter schwerem Atemschutz im Einsatz. Waldbrände, aufgrund anhaltender Trockenheit im Hochsommer und Brandstiftung, halten die Feuerwehr im Bereich Wolfschlucht in Arnsberg in Atem. Die Stadtteileinheit Niedereimer wird am 9. August zur Hilfe gerufen. Abends stellen einige Kameraden noch eine Brandsicherheitswache auf dem Schlossberg zur Open Air Veranstaltung "Nabucco". Durch das beherzte Eingreifen der Feuerwehr kann der Nebenerwerbslandwirt Helmut Glaremin am 1. Oktober in letzter Minute noch aus seinem brennendem Haus gerettet werden. Er erleidet dennoch eine schwere Rauchgasvergiftung. Mit im Einsatz sind neben Niedereimer die Einheit Bruchhausen und der Stützpunkttrupp. Nach langer Pause erfolgt am 28. November wieder die Brandschutzerziehung in der Wannetalschule. Die Kinder und Lehrerinnen sind mit Feuereifer dabei. Beim Neujahrsempfang der Stadt Arnsberg im Sauerlandtheater am 6. Januar 2004 erhält der Kamerad Hans-Dieter Bertram, neben anderen verdienten Bürgern, die Bürgermedaille aus der Hand des Bürgermeisters. Diese Medaille erhält er, unter anderem, aufgrund seines jahrelangen Engagements im Bereich der Jugendfeuerwehr. Am 8. Februar bahnt sich ein Führungswechsel im Stellvertreterbereich der Einheit Niedereimer an. Markus Schneider übernimmt diese Aufgabe von Detlev Becker. Im Alter von 89 Jahren verstirbt am 29. März der älteste Feuerwehrkamerad aus Niedereimer Ferdi Vehre. In den Jahren zwischen 1959 und 1973 stand er als Wehrführer den Männern vor. Eine Übung als Großschadensereignis findet am 18. Juni auf dem Gelände der Firma Trilux in Hüsten statt. Auch aus Niedereimer ist eine Gruppe eingeteilt. Seit Juli stellt die Stadtteileinheit Niedereimer mit Rainer Stahl den neuen Fachberater Chemie für die gesamte Stadt Arnsberg. Einige Kameraden unterstützen die Arbeit beim Leistungsnachweis der Jugendfeuerwehr im Stadion Große Wiese am 25. September. Die traditionelle Agathafeier im Hause Bienstein wird letztmalig am 29./30. Januar 2005 dort im Saale gefeiert, da der Eigentümer die Gaststätte zum Herbst hin verpachtet. Dieses letzte Mal wird dort ausgiebig gefeiert und die Feuerwehr bedankt sich beim Ehepaar Bienstein mit einem Präsent für ihre jahrzehntelange zuvorkommende Bewirtung. Am Samstagabend führen die Frauen der KFD einige Stücke ihres Karnevalsprogramms auf. Den neuen Kreisverkehr an der Wannestraße "eröffnet" die Feuerwehr gemeinsam mit dem Tambourcorps Schreppenberg nach dem Kirchgang am Sonntagmorgen. Vom 2. bis 4. September beteiligten sich abermals einige Kameraden an der Durchführung des Bundesausscheides der Jugendfeuerwehr in Hüsten. Nach dem Martinszug am 10. November durch das "Alte Dorf" bot die Feuerwehr erstmalig den Erwachsenen am Gerätehaus Glühwein zum Aufwärmen an. Ebenso gab es diverse andere Getränke und Bockwürstchen.

Eine Neuzusammenstellung des hiesigen Basislöschzuges erfolgte am 1. Januar 2006. Nun rücken die Stadtteileinheiten Niedereimer, Bruchhausen und Breitenbruch teilweise gemeinsam zu Einsätzen aus. Aufgrund der Veränderungen im Hause Bienstein findet die Hauptdienstbesprechung der Feuerwehr einmalig am 20. Januar im Sportheim des TuS statt. Aus dem selben Grund muss die Agathafeier am 4. und 5. Februar in den Speisesaal der Halle Friedrichshöhe verlegt werden. Zur traditionellen 1. Mai-Wanderung geht es diesmal in die Anlage des Kleingärtnervereins auf dem Lüsenberg in Arnsberg.
Fast zeitgleich mit dem Abpfiff eines Deutschlandspiels der Fußballweltmeisterschaft ertönen am 20. Juni die Sirenen. Die Wehr wird zu einem LKW-Unfall auf die Autobahn gerufen. Zum Glück wird der Fahrer nur leicht verletzt. Der LKW jedoch, der die Mittelleitplanke durchbrochen hat, wird mittels eines Abschleppwagens geborgen. In der Nacht vom 26. auf den 27. Juli wird Neheim von mehreren starken Gewittern mit starken Hagelschauern heimgesucht und geht "Land unter". Zum Leerpumpen von Kellergeschossen wird die Stadtteileinheit Niedereimer im Bereich Möhnestraße / Graf-Gottfried-Straße eingesetzt. Das ehemalige Pfarrhaus diente am 7. August als Übungsobjekt für die Feuerwehr Niedereimer. Angenommen ist ein Brand im Wohnhaus, in dem sich noch drei behinderte Bewohner befinden, die es zu retten gilt. Nach Abschluss der Übung treffen sich die Aktiven gemeinsamen mit der Ehrenabteilung und den Behinderten zum gemütlichen Beisammensein am Gerätehaus. Eine groß angelegte Übung veranstaltet der Zug II der Jugendfeuerwehr unter Leitung von Andreas Bertram am 25. August in Niedereimer. Mit Wasser aus dem Wannebach soll ein fiktiver Wohnhaus- und Waldbrand im Kreuzungsbereich Wannestraße / Zum Alten Brunnen bekämpft werden. Sehr ernst wird es beim dem Brand bei der Firma Perstorp in Bruchhausen am 11. September. Hier ist die Feuerwehr der gesamten Stadt im Einsatz. Ein Toter und zwei Schwerverletzte sowie ein hoher Sachschaden sind bei diesem Großbrand zu beklagen. Am 22. September findet eine Einsatzübung auf Stadtebene statt, an der auch Kameraden aus Niedereimer teilnehmen. An sieben verschiedenen Stationen sollen die Einsatzkräfte in den Nachtstunden ihre Leistung messen.

Zur Hauptdienstbesprechung treffen sich die Feuerwehrkameraden, nachdem man 2006 das Sportheim gewählt hatte, erstmals am 12. Januar 2007 in der Fahrzeughalle des Gerätehauses. Der angekündigte Sturm Kyrill fegt in der Nacht vom 18. auf den 19. Januar über Deutschland hinweg. Besonders betroffen ist das Sauerland. Die Feuerwehr Niedereimer wird zu mehreren Einsätzen innerhalb des Stadtgebietes alarmiert. Das Dorf Niedereimer bleibt, abgesehen von einigen geringeren Schäden, weitestgehend verschont. Am 23. Februar finden sich, nach längerer Pause, einige Kameraden zur Brandschutzerziehung in der Wannetalschule ein. Das erlernte Wissen kann durch die Feuerwehr vertieft werden. In den späten Abendstunden des 18. März werden die Kameraden aus Niedereimer und Bruchhausen sowie der Stützpunkttrupp aus Neheim zu einem Wohnhausbrand gerufen. Trotz intensiver Bemühungen der Wehren brennt das Haus aus. Zwei Bewohner und die Hunde konnten sich frühzeitig in Sicherheit bringen. Weniger glücklich verlief der Baustellenunfall am 11. April auf der Hude. Hier musste ein Arbeiter, der im Erdreich verschüttet war, ausgegraben werden. Dieser wurde dann mit dem Hubschrauber in die Uniklinik Münster geflogen. Mit erhöhter Waldbrandgefahr müssen sich die Wehren der gesamten Stadt in den Monaten April und Mai auseinandersetzen. Durch anhaltende Trockenheit mit relativ hohen Temperaturen und die Sturmschäden von Kyrill ist die Gefahr sehr groß. Am 1. Mai geht es trotz Waldbrandgefahr wieder zur Familienwanderung auf den Lüsenberg. Hier nehmen die Jugendlichen erstmalig an der Ermittlung des Königspaares und des Paiers teil. Prompt erringt Nina Sölken die Königinnenwürde und Saskia Becker übernimmt das Amt des Paiers. Freuen können sich die Elfmeterschützen der Feuerwehr am 7. Juni beim Tag der offenen Tür beim TuS. Es gelingt ihnen Platz 1 bei den Vereinsmeisterschaften zu belegen.

25 Stunden im Dauereinsatz sind die Kameraden bei dem verheerenden Hochwasser nach Starkregen am 9. und 10. August. Fast ein Drittel der Niedereimer Haushalte sind betroffen. Besonders hart trifft es die Anwohner der Wannestraße sowie des unteren Wulwes Kamp und des unteren Stephanusweges. Tagelang sind die Anwohner mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Einen kleinen Lichtblick für die Niniviten gibt es beim Dorfgemeinschaftsfest zum 800-jährigen Ortsbestehen. Hierbei kümmert sich die Feuerwehr gemeinsam mit der Sparkasse um den Luftballonwettbewerb. Doch die Freude hält nicht lange an. Wenige Tage später, am 21. und 22. August, folgt ein fast gleich folgenschweres Hochwasser. Neben der Hilfeleistung im Dorf werden die Kameraden zur Unterstützung der an der Ruhr gelegenen Orte beordert. Diesmal sind die Feuerwehrmänner sogar 27 Stunden im Dauereinsatz. Als Ziel für die Jahresübung der Jugendfeuerwehr hat sich der Kamerad Andreas Bertram für den 6. Oktober die Wannetalschule und den AWO-Kindergarten ausgesucht. 87 Jugendfeuerwehrleute mit 23 Ausbildern und 12 Fahrzeugen nehmen an der Übung teil. Einen ganz besonderen Auftrag erhält die Feuerwehr am 23. Oktober. Im Rahmen der Verkehrserziehung wird anhand des Löschfahrzeuges der "Tote Winkel" für Wannetalschüler demonstriert. Am 27. und 28. Oktober feiert die Jugendfeuerwehr der Stadt Arnsberg ihr 30-jähriges Bestehen. Gefeiert wird in den Orten Neheim und Arnsberg. Viele derzeitige und ehemalige Niedereimer Jugendfeuerwehrleute besuchen die Feierlichkeiten. Am 8. Dezember unternehmen 42 Kameraden nebst Partnerinnen, anlässlich des 800-jährigen Dorfbestehens, einen historischen Dorfrundgang mit dem Ortsheimatpfleger.

Auch wenn nicht alle Brandeinsätze oder technische Hilfeleistungen über die Jahre hinweg aufgeführt sind, sind die Kameraden doch Tag und Nacht für den Ernstfall gerüstet. Sie sind immer bereit, getreu ihrem Wahlspruch "Gott zu Ehr - dem Nächsten zur Wehr" den Mitbürgern hilfreich zur Seite zu stehen. Diese Einsatzbereitschaft wäre jedoch ohne das Verständnis der Ehefrauen oder Partnerinnen nicht zu erreichen, dafür ein besonderer Dank an sie. Aber auch all denen sei gedankt, die durch ihre Unterstützung, ob finanziell oder materiell, erst die Arbeit aller Feuerwehren ermöglichen.

P.S.: Eine ausführliche Chronik zur Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Niedereimer erscheint zur Jubiläumsfeier Ende April und kann dort erworben werden.