zurück zur Auswahlseite

 

 

 

Schlagwerk / Percussion

Dazu zählen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts Schlaginstrumente, Rasseln, Geräuschinstrumente vielfältiger Art (Gong, Tamtam u.a.), Effektinstrumente (geräuscherzeugende Geräte, die nicht zum eigentlichen Kanon der Musikinstrumente gehören), folkloristische Instrumente (z.B. Kastagnetten) und die Celesta, die "Himmlische", ein Stahlstabklavier mit einem Tonumfang von drei bis fünf Oktaven. Filzbezogene Hämmer erzeugen den Ton auf Stahlstäben. Die Resonatoren aus Holz sind exakt auf die Stäbe abgestimmt.

Weitere Vertreter der Stabspiele im Schlagzeug sind das Xylophon, das Vibraphon und das Glockenspiel. Wohl südostasiatischer Herkunft, besteht das moderne Xylophon aus abgestimmten Klangstäben oder -platten, die über ebenfalls abgestimmten Resonanzröhren wie eine Klaviatur angeordnet sind. Beim Vibraphon, einem noch jungen, erst nach dem Ersten Weltkrieg entwickelten Instrument, bestehen die Klangplatten aus Leichtmetall. Über einen Elektromotor kann der Spieler die Rotationsgeschwindigkeit der auf den Resonanzröhren sitzenden Klappen, der Vibratoren, ändern und so das Pulsieren des Klangs beeinflussen. Wie beim Vibraphon sind auch beim Glockenspiel an den Schwingungsknotenpunkten Metallplatte befestigt, die mit Hämmerchen aus Metall oder Holzschlegeln in Schwingungen versetzt werden.

Unverzichtbar in einem Orchesterschlagzeug sind die Pauken. Die Pauke - der Instrumentenname ist bereits seit mittelhochdeutscher Zeit bekannt und leitet sich vielleicht von "pochen" ab, womit man damals eine Vielzahl von durch Schlag hervorgerufene Schallnachahmungen bezeichnen konnte - zählt zu den geschlagenen Membranophonen (Schlagtrommeln), das heißt: Mit einem oder mehreren Schlegeln wird eine über einen (heute meist parabolischen) Resonanzkessel gespannte Membran aus Kalbfell in Schwingungen versetzt, deren Spannung und damit die Stimmung über Spannschrauben verändert werden kann. Vermittelt über die Kreuzzüge kam das Instrument aus dem Orient nach Europa. Es war stets eng mit Blechblasinstrumenten verbunden, so dass die Pauken zusammen mit den Trompeten das Instrumentarium der berittenen Truppen bildeten. Ihre Spieler waren in einer Zunft zusammengeschlossen und genossen vom 16. bis ins 19. Jahrhundert hinein Offiziersrang.

Zu den Aufgaben des Schlagzeugs - einige seiner traditionellen Instrumente (zum Beispiel Becken, Triangel, Tamburin, Trommel) wurden Ende des 18. Jahrhunderts aus der türkischen Janitscharenmusik in die europäische Kunstmusik übernommen - gehört die Erzeugung von Rhythmen, Geräuschen und Geräuschkomplexen, seltener auch von Melodien. Das Orchesterschlagzeug wird von mehreren Spielern bedient.