Gerüchteküche
vor'm
Schützenfest
2009



     Die Schützenfestzeit hat wieder Einzug gehalten. Auch unser Fest der Feste rückt immer näher und das Dorf wartet auf den neuen Schützenkönig. Daher brodelt sie wieder - die Gerüchteküche. Wo man auch hinkommt, überall wird gerätselt und gemunkelt. Allerdings scheinen sich dieses Jahr viele ehemalige Anwärter eher mausig zu machen und in volle Deckung zu gehen. Das macht aber gar nichts, verfügt unser Dorf doch über eine genügend hohe Einwohnerzahl äußerst schußfester Kandidaten.

     Wer glaubt noch weitere Aspiranten zu kennen, möge sich mit einer kurzen Nachricht unter huetter@niedereimer.de oder einfach mittels des Formulars im Impressum an den Webmaster wenden. Denn diese Liste erhebt zum gegenwärtigen Zeitpunkt natürlich noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Frank Wommelsdorf (Eschek)      Da isser, unser erster Kandidat für dieses Jahr. Frank Wommelsdorf, besser bekannt unter seinem Rufnamen "Eschek", will es dieses Jahr versuchen. Lange schon trug er sich mit dem Gedanken seinen Schützenbrüdern nicht nur Wasser zu liefern, was ihm beruflich besonders viel Spaß macht. Nein, nun will er seine Schützenbrüder reichlich am blonden Gerstensaft teilhaben lassen. Nach langen Arbeiten an seinem Eigenheim an der Wannestrasse, hat er nun Zeit sich um weitere wichtige Aufgaben zu kümmern. Besonders in kirchlichen Dingen bewandert, wäre er ein großer Zugewinn im Schützenvorstand, würde er uns allen doch wieder den rechten Weg hinein in die Kirche weisen. Seit Jahren äußerst aktives Mitglied in der Schützenbruderschaft, kennt er sich natürlich formidabel auch im Schützenwesen aus. Eschek ist ein wahrer Spitzbube, der sicherlich unter der Vogelstange für so manche Überraschung gut wäre. Wollen wir dem sympathischen Mann von der Wannestrasse daher fest die Daumen drücken.

Jörg Bierbach      Nun kommt auch schon unser nächster Kandidat, der bereits im Jahr 1994 einmal erfolgreich war und die Schützenkönigswürde erzielte. Dieses Jahr hat seine Mutter 40jähriges Schützenkönigin-Jubiläum. Zusammen mit Ihrem Mann Dieter regierte sie das Niedereimer Schützenvolk in den Jahren 1969 bis 1970. Da ist unser Jörg schon das erste mal motiviert. Außerdem hat er seiner Ehefrau Tatjana versprochen, noch einmal - extra für sie - die Königswürde zu erringen. Da braucht es nicht wenig und er macht das Kunststück am Montagmorgen unter der Vogelstange wahr. Bereits letztes Jahr hat er voller Eifer unserem jetzigen König Paroli geboten. Schuß um Schuß zerlegte er damals den stolzen Aar - nur das letzte Quentchen Glück war ihm eben versagt, deshalb ist er dieses Jahr um so engagierter bei der Sache. Wer Jörg kennt, der weiß, daß er das umsetzt, was er sich vorgenommen hat. Neues Haus, Hof und Kinder prächtig in Schuß, steht einem ereignisreichen Schützenkönigsjahr nichts mehr im Wege. Es sei denn, die anderen Mitbewerber spucken ihm auch dieses Jahr wieder in die Suppe. Jörg, frohen Mutes, wir stehen wie ein Mann hinter Dir - vor allem beim Schießen, ist einfach sicherer - und wünschen Dir alles Gute bei Deinem Unterfangen.

Horst Glaremin      Man glaubt gar nicht, wer alles dieses Jahr unter der Vogelstange sein Können zeigen will. Auch unser altgedienter Horst Glaremin will es sich in Anbetracht der vielen (aus seiner Sicht allzu) jungen Schützen nicht nehmen lassen, zur Flinte zu greifen. Horst wäre nun aber auch wirklich einmal an der Reihe. Bei vielen Anlässen im Dorf ein gern gesehener Gast und Helfer, z.B. beim Osterfeueraufbau, kann man sich den verdienstvollen Recken auch gut als Schützenkönig vorstellen. Das Haus und das zugehörige Umfeld gerade komplett neu saniert, deutet vieles auf die Bereitschaft zum scharfen Schießen bei Horst hin. Seine Ehefrau wird ihn bei diesem Vorhaben sicherlich tatkräftg und voller Elan unterstützen. Bis dahin stärkt sie Horst bestimmt noch mit ihrem selbstgemachten, herrlichen Kuchen, den Horst noch viel lieber dem blonden Saftgetränk vorzieht. Wie man sieht, tu'n es aber auch einige deftige dicke Sauerländer. Auch bautechnisch wäre Horst eine echte Verstärkung des Vorstandes, der tatkräftige Unterstützung - gerade seitens eines Schützenkönigs - zu schätzen weiß. Nur an der Kopfbedeckung müssen wir noch ein wenig arbeiten. Horst, die gesamte Schützenbruderschaft wünscht Dir viel Glück bei Deinem beachtenswerten, wenn auch etwas spätem, Vorstoß zur Erringung der Königswürde.

Stephan Voss      Tja, und das ist der nächste heiße Kandidat für die Schützenkönigswürde. Stephan Voß will in die Fußstapfen seines Vaters treten und die Niedereimer Schützen für ein Jahr regieren. Sein Vater feiert dieses Jahr zusammen mit seiner Frau Marita das 25jährige Schützenkönigsjubiläum. Da will Sohn Stephan natürlich nicht hinten anstehen und es seinem Vater nach machen. Stephan wäre ein äußerst geeigneter Kandidat, steht er doch voll im Saft und wäre den Strapazen des Königsjahrs hervorragend gewachsen. Eine Königin sollte eigentlich auch schnell gefunden sein, der Mann hat Anhang. Und über einen imposanten Hofstaat müßte sich Stephan wohl am allerwenigsten Gedanken machen. Verfügt der Herr doch über einen gewaltigen Freundes- und Bekanntenkreis. Stephan ist begeisterter aktiver Fußballer (im Tor muß er äußerst selten nach hinten greifen wird allenthalben kolportiert) und würde damit hervorragend in das Schützenbruderschafts-Vorstandsumfeld passen, das durchsetzt ist mit Fußballfanatikern. Derart durchtrainiert würde er den Anforderungen eines langen Schützenjahres bestens standhalten können. Stephan, deshalb drücken wir Dir von der zweiten Kompanie ganz besonders die Daumen.

Holger Glaremin      Wer sagt's denn, der weitverzweigte Glaremin-Clan meldet sich erfreulicherweise nochmals zu Wort. Holger Glaremin, der Bruder des amtierenden Königs, will seinen Hut in den Schützenring werfen. Ist er doch Geschäftsführer des glorreichen TuS-Niedereimer, der nächstes Jahr sein 100jähriges Bestehen feiert. Da kann, will und muß jemand aus deren forderer Reihe an's Schießgerät und den Vogel zum Ruhme des TuS herunter holen. Außerdem wäre es ein Novum in der Geschichte der Schützenbruderschaft, wenn zwei Brüder in aufeinander folgenden Jahren Schützenkönige würden. Genau das hat sich unser Holger vorgenommen. Wie aus vertraulicher aber zuverlässiger Quelle bekannt wurde, hat der TuS intern vereinbart, daß man sich nach außen als Einheit präsentieren will, daher wird es einen gewaltigen Hofstaat geben, der alles bisher da gewesene sprengen dürfte. An seinen Außenanlagen werkelt er ja nun schon eine ganze Zeit, aber bis zum Schützenfest werden wohl auch die letzten Reste locker weg gearbeitet sein. Außerdem hat er seinen Kegelclub "die Hagebutten" kräftig zum Beton schleppen eingespannt. Die kommen dann auch noch alle in den Hofstaat - bloß wer steht dann noch am Wegesrand und jubelt uns beim Festzug zu, die sind ja alle am Mitmarschieren. Polizeieskorte brauchen wir dann auch nicht extra zu beantragen. Das macht der König dann gleich mit, ist er doch bei unseren grün (zukünftig wohl blau) beröckten Schutzmännern. Allenthalben viel Glück wünschen ihm alle Niniviten für sein avisiertes Königsjahr.

Jörg Netz      Endlich mal wieder einer von der II. Kompanie, der sein Glück unter der Stange versuchen will. Jörg Netz, besser unter seinem Rufnamen Netze im Dorf bekannt, will dieses Jahr richtig loslegen. Vor einigen Jahren hat er ja mal vollmundig zum Besten gegeben, daß er alle zwei Jahre versuchen will, König zu werden. Nun sind wieder zwei Jahre ins Land gegangen, und er kann sein Glück erneut versuchen. Das neue Haus steht wie von Zauberhand auch bereits auf dem elterlichen Gehöft in der Nähe der Schützenhalle und der Vogelstange, so daß er sich schon mal die Lokalität ausgiebig ansehen kann, was ihm einen gewaltigen Vorteil gegenüber den Mitbewerbern einbringt. Kann er sich doch schon mal unauffällig nach der vorherrschenden Windrichtiung und der daraus resultierenden Abdrift der Kugel ins Bild setzen und sich einen geeigneten Standplatzt aussuchen. Seine häuslichen Verhältnisse sind ja wohl seit einiger Zeit auch wohlgeordnet, so daß aus dieser Richtung ebenso keine Störfeuer zu erwarten sind. Netze, die zweite Kompanie steht voll hinter Deinen glorreichen Plänen und erwartet natürlich den neuen König aus ihren Reihen - also streng Dich an.

Oliver Glaremin      Na, bitte. Der Glaremin-Clan schenkt sich untereinander nichts - zumindest nicht unter der Vogelstange. Oliver Glaremin, seines Zeichens Rendant der Schützenbruderschaft und versierter Kenner der arg gebeutelten Bankenbranche, will es dieses Jahr einmal versuchen. Will er doch seinem Vetter, dem amtierenden Schützenkönig von Niedereimer, in nichts nachstehen. Und wer sich den Spitzbuben einmal genau anschaut, der sieht sofort das Funkeln nach der Königswürde in seinen Augen. Darüber hinaus erstrahlt das Haus auf der Hude nun komplett im Glanze. Und die paar Euronen, die unser Oliver dann noch braucht, um das anstehende Königsjahr standesgemäß über die Runden zu bringen, sollten für einen Schützenbruder wie ihn kein Problem darstellen. Der Vorstand schließt intern auf jeden Fall schon hohe Wetten auf eine anstehende Königswürde bei unserem Oliver ab. Und Oliver wird seine Vorstandskollegen bestimmt nicht bei den Buchmachern hängen lassen. Jedenfalls wünschen Dir Deine Vorständler viel Glück unter der Stange.

Michael Bienstein      Von soviel Ehrgeiz seitens seines Spezies Oliver Glaremin angespornt, ist auch das Schützenfeuer bei unserem Schützenbruder Michael Bienstein voll entbrannt. Deshalb hat er sich kurzfristig entschlossen, Montagmorgen mit in den Bewerberring möglicher Schützenkönigsaspiranten zu steigen. Sein Sohn hat es ihm beim diesjährigen Kinderschützenfest vorgemacht. Dort hatte er sich rege beim Vogelabwerfen beteiligt und war hinterher dermaßen enttäuscht, daß ihm der Vater als Trost nun ein wundervolles Königsjahr schenken will. In seiner Ehefrau findet Michael sicherlich starke Unterstützung für sein honoriges Vorhaben. Kommt doch auch sie aus einem königserfahrenen Elternhaus. Michael dürfte das genau wie Oliver finanziell voll im Griff haben, sitzt der Mann doch an der buchstäblichen Steuerquelle, und die sprudelt bekanntlich bis Unendliche. Und mathematisch hat das Michael voll drauf - die Multiplikation ins Unendliche. Die Schützenbrüder werden es ihm bei seinen zahlreichen Runden innerhalb des Schützenvorstandes im laufenden Jahr dann reichlich danken. Michael, auch Dir viel Glück beim Schießen.

Michael Krass      Und nun traut er sich doch noch aus der Deckung. Der Überraschungseffekt für Michael Krass, bei allen aber nur Mixe gerufen, ist ihm sicher. Hatte bislang doch niemand im Dorf ihn auf seiner Rechnung. Stets zurückhaltend, freundlich und vor allem hilfsbereit, hält er sich am Liebsten ein wenig im Hintergrund. Doch damit ist jetzt Schluß, denn aus dem Hintergrund heraus läßt sich nun einmal kein Königsschuß abfeuern. Da muß unser Mixe schon nach vorne treten und es mit der großen Zahl von Mitbewerbern um die Königswürde aufnehmen. Neben seinem grünen Händchen fällt bei ihm noch ein starker Drang zum geselligen Beisammensein auf. Der kann für ein Jahr lang bestens gestillt werden. Die Schützenbrüder werden selbstverständlcih alles Erdenkliche in dieser Richtung unternehmen, um ihn bei Laune zu halten. Und wie wir Mixe kennen, wird er das großzügig in Form so mancher Runde honorieren. Michael, wie schon so manches mal in früheren Jahren hoffen wir dieses Jahr auf ein erfolgreiches Ringen deinerseits unter der Vogelstange, und wünschen Dir dazu viel Glück und Furore. Michael, nur das kesse Mützchen läßt Du diesmal besser zu Hause und ersetzt es durch eine passendere Garderobe.

Olaf Häger      Und auf der Zielgeraden kommt noch ein ganz heißer Kandidat. Still und klammheimlich schleicht sich Schützenbruder Olaf Häger in den Kreis der Königsaspiranten. Das soll der II. Kompanie nur recht sein, sind die Reihen der Königsbewerber doch etwas I. Kompanie-lastig. Olaf will es noch einmal versuchen, nachdem er es bereits im Jahr 2002 einmal versucht hatte, die Königswürde zu erringen. Damals war ihm das letzte Quentchen Glück aber leider nicht hold, und so hat er denn ein paar Jährchen ins Land ziehen lassen, um es dafür dieses Jahr umso heftiger beim Schiessen des Vogels krachen zu lassen. Wie unschwer zu erkennen ist, spricht außerdem seine stets gute Laune Bände über sein Vorhaben. Olaf scheint wohl situiert den Anforderungen eines langen Klönigsjahre entgegen sehen zu können. Als Leiter einer für unser aller leiblichen Wohls zuständigen Behörde, sieht sein Terminkalender zwar etwas füllig aus, aber das kann unseren Olaf nicht abschrecken. Zumal Olaf in der Schützenbruderschaft seit Jahren fest verankert ist, hat er doch noch kein Antreten beim Kompanieführer verpaßt. Deshalb freut sich die II. Kompanie auch riesig auf sein Engagement unter der Vogelstange am diesjährigen Schützenfestmontag. Olaf, wir drücken Dir fest die Daumen.

Holger Weber      Nun kommt ein ganz Gemütlicher. Aber Achtung, Holger Weber hat es in sich. Wer kurz vor'm Schützenfest bei 32 Grad im Schatten seinen Garten beackert, der liebt entweder Hitze oder er will Schützenkönig werden. Beides kann er dieses Jahr haben. In der Hitze des Gefechts unter der Vogelstange wird sich Holger allemal wohl fühlen und als König macht er eine überaus imposante Figur. Nur die armen Leute, die ihn nach dem Königsschuß hochheben müssen, werden es nicht so ganz einfach haben - aber das ist deren Problem. Man darf sich von dem Foto nicht täuschen lassen, Holger kennt sehr wohl die Kleiderordnung und verfügt schon seit geraumer Zeit über ein adrettes Uniförmchen, das in kalten Jahreszeiten auch durchaus schon mal als Wärmedecke oder Zelt dienen kann. Holger engagiert sich viel im Krankenwesen beim Roten Kreuz. Mit so einem König kann eigentlich nichts schief gehen, sei es bei wund gelaufenen Füßen oder bei Mückenstichen im Hofstaat. Holger bringt sie alle sicher durch ein tolles Königsjahr. Und Ehefrau Mareike dürfte jetzt schon mit Kind und Hund dem Montagmorgen entgegen fiebern, drückt sie genau wie wir Holger doch ganz fest die Daumen für sein Vorhaben.

Volker Wirsbitzki      Hier ist noch jemand kurzfritig der Meinung, daß der nächste Schützenkönig wieder von der Königstrasse in Arnsberg kommen wird. Volker Wirsbitzki hat sich weit aus dem Fenster gelehnt mit seiner Ankündigung, die er nun nur noch für die II. Kompanie wahrmachen muß. Volker's Elternhaus steht nämlich im Zentrum der II. Kompanie Zur Deinscheid, direkt neben der Vogelstange. Weit hätten wir's da ja wirklich nicht. Volker ist ein total cooler Typ, auf den man acht geben muß. Die Krawatte immer korrekt gebunden, gibt es hier nicht viel zu tun für die beiden Königsführer - was ja nicht immer selbstverständlich sein soll. Volker stammt aus einem königserfahrenen Elternhaus, hat doch bereits sein Vater Rolf und seine Mutter Siegrid Wirsbitzki bereits im Jahr 1971 bis 1972 als Königspaar die Niniviten regiert. Da kann er sich bei seinem Vater sofort ein paar Ratschläge für den Königsschuß holen. Volker wir drücken auch Dir die Daumen, man sieht sich am Montagmorgen.

     So, nun ist Feierabend für dieses Jahr. Das Gedränge unter der Vogelstange wird am Montagmorgen auch so schon ziemlich groß werden. Hoffentlich kommen die alle auch zum Schuß.



And the Winner is ...

Stephan Voß


(Text und Fotos: Nikolaus Hütter)