Gerüchteküche
vor'm
Schützenfest
2010



     Die Schützenfestzeit hat wieder Einzug gehalten. Auch unser Fest der Feste rückt immer näher und das Dorf wartet auf den neuen Schützenkönig. Daher brodelt sie wieder - die Gerüchteküche. Wo man auch hinkommt, überall wird gerätselt und gemunkelt. Allerdings scheinen sich dieses Jahr viele ehemalige Anwärter eher mausig zu machen und in volle Deckung zu gehen. Das macht aber gar nichts, verfügt unser Dorf doch über eine genügend hohe Einwohnerzahl äußerst schußfester Kandidaten.

     Wer glaubt noch weitere Aspiranten zu kennen, möge sich mit einer kurzen Nachricht unter huetter@niedereimer.de oder einfach mittels des Formulars im Impressum an den Webmaster wenden. Denn diese Liste erhebt zum gegenwärtigen Zeitpunkt natürlich noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Elmar Donner - der Schußgewaltige      Ei verbibsch - wer hätte das gedacht. Er selbst scheint am überraschtesten zu sein. Elmar Donner als schußgewaltiger Jägersmann in sämtlichen Wäldern von den meisten Vierbeinern gefürchtet, will dieses Jahr mal einen Vogel abschießen. Können müßte er es bei seiner Jagdleidenschaft jedenfalls. Und nachdem ihm jemand in seinem Bekanntenkreis vor einigen Jahren gezeigt hat wie das geht, wollte er schon immer mal wissen, ob bei uns alles mit rechten Dingen beim Schießen zugeht. Geht es, aber nun will er es mal eben selbst versuchen. Vorsehen muß er sich lediglich vor den nicht minder geübten Schützen unserer Schießsportgruppe, die zur Zeit so ziemlich alles abräumen, was an Pokalen irgendwo in der Gegend rum steht. Nur auf seine eigene Flinte muß Elmar leider verzichten, hier bei uns muß er an die vorgeschriebenen Donnerbüchsen mit entsprechender Munition ran. Elmar, von hier aus schon mal alles Gute zur Erringung der Königswürde. Wir beide machen dann ein lecker Wasserfaß auf.

     Und da ist auch schon der nächtste Kandidat eingetroffen. Ein Blick in die Jubilarliste läßt sofort das Augenmerk auf Holger Glaremin fallen. Seine Mutter war nämlich vor 25 Jahren die Königin an der Seite von Manni Reuther. Das Haus als wohlbestallter Pensionsanspruch-Berechtigter praktisch schon abbezahlt, kann er auch finanziell entspannt auf das bevorstehende Königsjahr blicken. Zumal das in der Familie schon praktisch Tradition ist. Vater, Bruder und wahrscheinlich schon diverse Großväter und Urgroßväter waren bereits Schützenkönig. Die Regentschaft seines Bruders Tobias lief sogar letztes Jahr erst aus. Und sein Vater Peter war 1979-80 Schützenkönig. Holger da hilft nichts - Du mußt ran. Außerdem als Geschäftsführer des TuS-Niedereimer und dann noch gleichzeitig das jetzige 100-jährige Jubiläum des TuS sollten Ansporn genug sein. Kriegst genau wie Dein Bruder auch wieder aufopferungsvolle Königsführer an die Seite gestellt, die herrlich auf Dich aufpassen werden, damit nichts anbrennt. Und schießen muß der Mensch ja sowieso von Berufswegen her können. Ist er doch im aktiven Polizeidienst - die üben ständig. Das Kaliber mag etwas ungewohnt sein, aber unter der Stange gewöhnt man sich schnell an derartige Umstände.

     Schon Katja Ebstein wusste: Wunder gibt es immer wieder, und dieses Wunder könnte dieses Jahr über Ninive hereinbrechen. Dieses Wunder hat einen Namen - Ralf Spindler, unser fotogener Schützenbruder aus dem "Alten Dorf". Nachdem schon vor Jahren eine fetentaugliche Garage im Grossformat errichtet wurde und selbst eine nagelneue Fahnenstange auf dem Meisenweg erstrahlt, sind nun die Voraussetzungen geschaffen. Dass unser "Piratenfürst" nicht nur mit der Zunge scharf schiessen kann, ist hinreichend bekannt. Ausserdem vollendet er in "naher" Zukunft (so etwa in vier Jahren) seinen 50. Geburtstag. Er erhofft sich schliesslich nur noch kräftigen Zuspruch seiner Kompaniekollegen und die Sensation ist nicht mehr auszuschliessen. Als wackerer Junggeselle mit zahlreichen Hobbies und profundem Geschichtswissen steht ihm so manches Herz offen. Ralf dürfte ein Riesengefolge um sich scharen können, denn rund um den Meisenweg - eigentlich den ganzen Bergrücken umspannend - kennt und schätzt man ihn, unseren stets Donnerstags einkaufenden Recken. Ralf, Hartmut vom Stephanusweg und wir anderen drücken Dir herzlich die Daumen, zumal der "anstehende" Geburtstag dann natürlich auf unserem Schützenfest gebührend vorgefeiert wird.

     Da kommt auch schon der nächste Aspirant auf die diesjährige Königswürde. Andreas Fries, bekanntermaßen schon lange scharf auf den Vogel, stammt aus der großen Gilde der Versicherungsmenschen und ist deshalb bestimmt für ein Königsjahr rundum versichert. Da kann von der Seite schon mal nichts anbrennen. Nun fehlt nur noch das letzte Quentchen Glück am Montagmorgen unter der Stange. Seitdem sein Freund Wolfgang es ihm vor drei Jahren gezeigt hat, wie es geht, ist er ständig in sich gegangen und nun hat er sich dieses Jahr endlich durchgerungenen und einen Ruck gegeben. Um schon mal ein erstes richtiges Feeling für die Nummer zu bekommen, sah man ihn dieses Jahr in Breitenbruch schon mal beim Proben der Feierlichkeiten. Bis spät in die Nacht stand er wohluniformiert zusammen mit seiner Frau im Kreise der Schützenbrüder und ließ die Korken knallen. Zumal er ja auch über jahrelange Hofstaaterfahrung verfügt, die ihm jetzt bei den anstehenden Protokollarien sehr zustatten kommen dürfte. Auch Dir Andreas wünschen die Schützenbrüder viel Glück zur angestrengten Königswürde.

     Markus Kampmeier ist wieder im Gespräch für den höchsten Schützenorden. Dieses Jahr scheit er nun das umzusetzen, was man eigentlich schon in den Jahren zuvor von ihm erwartet hatte. Zumal die I. Kompanie auch mal wieder einen König stellen will. Ist er doch deren stellv. Kompanieführer. Markus kennt sich mit den Gepflogenheiten bestens aus und wird einen imposanten Hofstaat präsentieren können. Stets zuverlässig bei allen Arbeits- und Repräsentationseinsätzen vor Ort wird Ninive mit ihm einen imposanten König stellen, der unser Dorf bei den anstehenden Schützenfestbesuchen standesgemäß vertreten wird. Wenn da nicht die anderen Mitstreiter um die Königswürde wären, könnte er schon jetzt beruhigt seiner eigentlichen Arbeit als Maurer nachgehen. Deshalb lautet sein diesjähriges Motto am Montagmorgen: unter der Vogelstange wird heuer nicht gemauert. Darum, lieber Markus, wünschen Dir Deine Vorstandskollegen bereits jetzt viel Glück beim Königsschießen.

     Unser hitzebständiger Holger Weber, der auch gerne mal bei 32 Grad im Schatten im Garten arbeitet, meldet sich dieses Jahr nochmals voll zurück. Hatte er doch bereits letztes Jahr in einem hochdramatischen Schießbuden-Finish das letzte Quentchen Glück beim Geckschießen auf seiner Seite, will er dieses Jahr nach der richtigen Königswürde greifen. Noch einmal will er nicht Opfer eines Munitionsmangels werden, sondern für einen zeitigen Abschuß des stolzen Aars sorgen. Zielen kann er ja, und einige Probeschüßchen hat er in den vergangenen Jahren immer mal abgegeben, doch nun soll seine große Stunde schlagen. Mit Frau, Kind und Hund will er am Montagmorgen unter der Stange erscheinen, um am Ende als stolzer und zugleich mächtiger König in unsere Festhalle einzumarschieren. Als Mitglied einer königserfahrenen Familie, Schwiegervater Klaus Vernhoz war vor einigen Jahren auch bereits Schützenkönig, setzt er damit eine glorreiche Tradition fort. Holger, alles Gute und viel Glück beim Wettstreit mit den anderen Königsaspiranten.

     Schaut ihn Euch mal genau an. Dieser sehnsüchtige Blick hinauf zum Vogel, verbunden mit der Frage auf den Lippen "Soll ich's mal versuchen?". Na klar, Dirk, trau Dich. Das gibt ein Bombenjahr. Dirk Sölken wollte eigentlich schon immer mal Schützenkönig werden. Der Webmaster hatte ihn schon immer als Geheimtipp auf dem Kieker, doch nun paßt alles zusammen. Hat unser Dirk doch vor 25 Jahren den Geck herunter geholt. Ja ja, so lange ist das auch schon wieder her. Zum Jubiläum möchte sich Dirk daher gerne noch einmal furios ins Gedächtnis des Niedereimer Schützenvolkes bringen. Kann er haben, er muß nur die anderen Mitberwerber um die Königswürde unterhalb der Vogelstange in die Schranken verweisen. Das sollte ihm nicht allzu schwer fallen, hat er doch im Laufe der Jahre bei der Feuerwehr gelernt, mit der Feuerwehrspritze richtig zu ziehlen. Der ihm folgende Hofstaat dürfte geradezu heeresmäßige Dimensionen annehmen, sozusagen der ganze Bergrücken des "Neuen Dorfes" entvölkert. Dirk das ist mal eine Ansage. Wir wünschen Dir alle viel Glück am Montagmorgen unter der Stange. Ist ja nicht mehr lange.

     Kennt ihr den schon? Jetzt lernt ihr ihn kennen. Aber so richtig! Tobias "Kerry" Kehr, oben von der Hude, aber respektables Mitglied der glorreichen II. Kompanie will die Erfolgsserie der II. Kompanie unter der Vogelstange fortsetzen. Unterstützt er unseren amtierenden König Stephan doch schon äußerst tatkräftig in dessen Hofstaat, hat er im Verlauf des letzten Jahres "Blut geleckt". Die Truppe der Schützenbrüder gefällt ihm so gut, da möchte er im Range eines Königs auch gleich mal im Vorstand mithelfen. Soll er haben, wir freuen uns schon. Zunächst war Kerry auf der Wannestraße beheimatet, daher auch II. Kompanie, ist dann aber zur Hude umgesiedelt, was ja nicht unbedingt eine Verschlechterung darstellt, obschon es nicht ganz zum Einsatzgebiet der II. Kompanie gehört. Kerry besticht durch seine herzliche Freundlichkeit und Zuverlässigkeit. Da kann er bei allen Schützenfreunden besonders gut punkten. Eine Königin hat er wohl übrigens auch schon. Man sieht sie häufiger beisammen sitzen. Zuletzt gestern in Rumbeck und Hellefeld, wo sich beide im Kreise des Hofstaates köstlich amüsiert haben. Kerry, auch Dir alles Gute bei der Umsetzung Deines glorreichen Vorhabens.

     Da ist er endlich, unser Thorsten Gillner. In der Vergangenheit hat ihm ja ein wenig die allerletzte Überwindung zum Königsschuß gefehlt, obwohl er in den Reihen der I. Kompanie immer als ein ganz heißer Kandidat gehandelt wurde. Ist ja auch nicht erstaunlich, wo er doch seit vielen Jahren über Schützenerfahrung verfügt. War er doch selbst Vorstandsmitglied. Heute engagiert er sich ehrenamtlich an forderster Front bei den Siedlern und in diesem Zusammenhang ist zwischen ihm und unserem "Kampi" ein interner Wettkampf im die Königsehre bei den Siedlern ausgebrochen. Sollen sie machen - wir freuen uns über jeden ganz heißen Kandidaten unter der Vogelstange. Thorsten kommt aus dem zahlenmäßig überlegenen Herrlager der Versicherungsleute. Er will dabei immer unser Bestes - nämlich die Gesundheit. Das alleine ist ja schon sehr löblich, aber seine Schützenbrüder dann ein ganze Jahr lang zu unterstützten, ist im wahrsten Sinne des Wortes die Krönung. Thorsten sieh zu, bei Deinen Qualitäten können wir uns im Vorstand bequem zurück legen. Viel Glück auch für Dich.

     Das wäre aber im Jubiläumsjahr auch unverzeilich, wenn nicht noch eine namhafte Persönlichkeit des TuS-Niedereimer seinen Hut in den Ring werfen würde. Holger Glaremin als Geschäftsführer des TuS hat das ja bereits vor langer Zeit oben angekündigt, aber der 1. Vorsitzende des TuS, Wolfgang Becks, muß es einfach auch versuchen. Als gebürtiges Nordlicht und praktizierender Versicherungsmensch ist er nun aber lange genug bei uns, um mit den hiesigen Gepflogenheiten vertraut zu sein. Zusammen mit seinen Vereinskollegen hat er ja schon bei den großen Jubiläumsfeierlichkeiten im Mai diesen Jahres seine Organisationsfähikeiten unter Beweis gestellt, so daß er ein Jahr Schützenkönig auch formidabel über die Bühne bekommen müßte. 100 Jahre TuS sind eben nicht nur Brot und Spiele, nein, sie sind auch Verpflichtung und Bürde. Wolfgang stellt sich dieser Herausforderung natürlich ganz souverän am Montagmorgen unter der Stange. Dann wird das gewaltige TuS-Vereinsvolk dicht bei ihm stehen und ihn moralisch unterstützen. Wolfgang, als praktizierender Sportler auf dem Rad, wünsche ich Dir alles Gute am Montagmorgen.

     Ein weiterer Kandidat kommt noch kurz vor Toreschluß aus der Deckung. Mike Müller will es einmal versuchen. Erste Anzeichen für ein beginnendes Königsfieber haben aufmerksame Beobachter in letzter Zeit bei ihm schon häufiger gesehen. War er doch in der jüngeren Vergangenheit häufiger mit den Schützenbrüdern im Arbeitseinsatz. Da schnuppert jemand Stallgeruch, um dann am Montagmorgen unvorhergesehen unter der Stange zu stehen und die anderen Aspiranten aus der Ruhe zu bringen. Aber auch beim Maibaumfest und Kompaniefest der I. wurde er schon häufiger mit seiner Frau Heike gesichtet, um leistungsstark bis tief in die Nacht mitzufeiern. Mike residiert oben auf der Hude. Da hat er einen breiten Bekanntenkreis, der ihm im Hofstaat gewaltig unterstützen wird. Mike repräsentiert einen gewaltigen Hünen, der in der Lage ist konditionsmäßig jeden anderen Schützen alt aussehen zu lassen. Da müssen die anderen Mitbewerber unter der Stange schon einen langen Atem haben oder besseres Zielwasser getrunken haben, um ihm am Montagmorgen gefährlich werden zu können. Mike wir wünschen Dir viel Glück und freuen uns schon auf ein tolles Regentschaftsjahr.

     Was ist denn jetzt los? Da kommt einer noch am Samstagabend aus der Deckung und wirft seinen Hut in den Ring. Fast jeder kennt ihn als aktiven Trommler aus dem Tambourcorps vom Schreppenberg. Marcel Blotenberg - im siebten Liebeshimmel - will eine Glanznummer am Montagmorgen unter der Vogelstange hinlegen. Seiner Lisa zu Liebe gibt er auf der Zielgeraden Gas und will den anderen Mitbewerbern mal richtig zeigen wo's lang geht. Was sein Tambourchef dazu sagt, ist ihm völlig egal. Hauptsache der Vogel kommt runter. Der ganze Festhof war baff, als man von der freudigen Nachricht erfuhr. Macht er sein Vorhaben am Montagmorgen wahr, gibt's bei seinem Trommlertalent natürlich ein ohrenbetäubendes Festjahr - und der Junge kann das. Das hat er mal vor ca. 3 Jahren unten in Bruchhausen zwei total verdutzten Musikern aus der Etappe gezeigt, wo er mal eben aus dem Handgelenk zeigte, wie virtuos er mit dem Trömmelken umzugehen weiß. Die beiden Musiker wollten eigentlich ihm mal zeigen wie man das Stöckchen zu halten hat, und da hat er denen mal so "en par force" gezeigt, wer da noch was zu lernen hat. War ein riesen Spaß damals, da kauen die beiden anderen heute noch dran rum. Marcel, auch Dir wünschen wir alles Gute, verbunden mit der Hoffnung, daß im Vorstand so manches Ständchen dabei heraus springt.

     So, für heute war's das erst mal. Wer weitere begründete heisse Kandidaten in der Hinterhand hat, sollte sich umgehend beim Webmaster unter huetter@niedereimer.de oder einfach mittels des Formulars im Impressum melden.

And the Winner is ...

Michael Schmidt


(Text und Fotos: Nikolaus Hütter)