Schuljubiläum
- 125 Jahre Dorfschule -
(Samstag, 28.09.2002)




     Die Einrichtung Schule in Niedereimer kann in diesem Jahr auf ihr 125 jähriges Bestehen zurückblicken. Am 3. Dezember 1877 besuchten erstmals 57 Kinder die Volksschule (heute Sindern Küchen) in Niedereimer.

     Zuvor gehörten sie dem Schulverband Rodentelgen in Bruchhausen an. Der Verkauf von 45 Morgen Wald machte die Finanzierung einer einklassigen Schule mit Lehrerwohnung möglich. Erster Lehrer der neuen Volksschule wurde der spätere Pfarrer Dr. Benedikt Mette.

     Am 1. August 1878 übernahm Kaspar Ostenkötter den Unterricht und bezog erstmals die zugehörige Lehrerwohnung. Bis zum Jahre 1904 musste, aufgrund steigender Schülerzahlen, der Unterricht teils schichtweise, teils im Saale Bienstein durchgeführt werden.

Alte Schule im Bau      Am 17. Oktober 1904 konnte dann der zweite Klassenraum bezogen werden. Auch eine zweite Lehrkraft wurde eingestellt. Nach 42 Jahren im Schuldienst, davon 36 Jahre in Niedereimer, ging Lehrer Ostenkötter am 1. April 1914 in den wohlverdienten Ruhestand. Ihm folgte, der noch vielen älteren Mitbürgern bekannte, Johannes Jürgens. Während seiner Dienstzeit wurden bis zum 2. Weltkrieg immer wieder Änderungen und Umbauten an der Schule vorgenommen.

     Am 28. Februar 1951 schied auch er aus dem Schuldienst aus. In den Jahren 1921-1956 unterrichtete mit ihm Frau Auguste Kroh, sie übernahm die Klassen 1-4. Ende 1956 nahm sie ihren Abschied von der Niedereimer Schuljugend. Emil Reuber unterrichtete in den Jahren 1952 bis 1968 die Kinder aus Niedereimer. Ihm folgte ab 1957 Sophia Dransfeld. Sogar der spätere Bürgermeister Gerhard Teriet unterrichtete die heimische Dorfjugend.

     Am 6. Februar 1962 beschloss die Gemeindevertretung den Neubau der heutigen Wannetalschule. Diese wurde nach den Plänen der Architektin Ilse Roenneke für knapp 1 Millionen DM gebaut. Am 18. Juli 1966 zogen die Kinder dann in die "Neue Schule"' ein. Die "Alte Schule", samt dem dazugehörenden Gelände, wird seitdem als Gewerbebetrieb genutzt.

     Eine durchgreifende Änderung im Schulwesen ergab sich Ende der 60ziger Jahre. Seit dem 25. August 1969 werden nur noch die Klassen 1-4 in der Wannetalschule unterrichtet. Aufgrund sinkender Schülerzahlen ließen sich Niedereimers Bürger immer wieder etwas einfallen, um ihre Schule vor dem drohenden Aus zu retten. So wurde aus der Katholischen Bekenntnisschule eine Gemeinschaftsgrundschule und heute die "Selbständige Schule".

     Aufgrund heftiger Proteste konnte eine weitere geplante Schulschließung Mitte der siebziger Jahre verhindert werden. Seit 1997 beherbergt die Wannetalschule zusätzlich eine Lernwerkstatt zur Aus- und Weiterbildung von Lehrer/innen.

     Nachdem Sophia Dransfeld als erste und bisher einzige Schulleiterin ausschied, folgte ihr zwischen 1985 und 1989 Engelbert Falke. Seit dem 3. Januar 1990 ist Heribert Britten als Schulleiter hier in Niedereimer tätig. Gegenwärtig werden 94 Kinder von acht Lehrkräften unterrichtet. Diese Lehrer/ innen unterrichten mit unterschiedlichen Stundenanteilen und zum Teil mit außerschulischen Aufgaben, oder sind als Fachleiter eingesetzt. Ebenso wird der Lehrkörper durch eine Erzieherin für die Vormittagsbetreuung und eine Lehramtsanwärterin ergänzt.

Alte Schule im Rohbau      Am Samstag, den 28.09.2002, wurde das Jubiläum gefeiert. Ab 14.00 Uhr traf sich die Bevölkerung an der "Alten Schule" am Stephanusweg. Dort wurde die Gäste vom heutigem Hausherrn Ulrich Sindern und dem Schulleiter Heribert Britten begrüßt. Hier hatten alle interessierten Gäste sowie die ehemaligen Schüler und Lehrer die Möglichkeit ihre Schule noch einmal unter die Lupe zu nehmen.

     Während dieser Zeit fand auch ein Suchspiel für die Schüler/innen dort statt. Umrahmt wurde dieser Festakt vom Jugendorchester Niedereimer. Etwa um 14.45 Uhr wurde der Umzug von 1966 in die Neue Schule nachgestellt. Dort angekommen, konnten die Besucher dann eine freie Besichtung der Wannetalschule vornehmen. Zur Stärkung war eine Cafeteria eingerichtet worden. An der Wannetalschule gab es unter anderem dann auch den Malwettbewerb "Traumschule", die Diaschau "Bilder aus dem Schulleben" und den Videofilm "Grußworte zum Jubiläum".

     Zusätzlich war im Eingang eine Ausstellung vom Arbeitskreis Dorfgeschichte Niedereimer e.V. zum 125 jährigen Schulleben in Niedereimer aufgebaut worden. Auch dort hörte man das Jugendorchester des Musikverein Niedereimer. Höhepunkte des Tages waren neben dem Sketch "Unterricht Anno dazumal", die alten Pausenspiele und die Plattdeutsche Lesung von Otto Voss.

     Alle Lehrer, Schüler und Eltern freuten sich trotz der kurzen Vorbereitungszeit, bedingt durch den Umbau, über eine rege Beteiligung von Seiten der Bevölkerung. Denn das Schuljubiläum zum 125 jährigen Bestehen war mit Kindern, Eltern und teils Großeltern sehr gut besucht. Nur von Seiten der Dorfbevölkerung hätte man sich größeren Zuspruch gewünscht. Unter den zahlreichen Gästen konnte Schulleiter Heribert Britten auch ehemalige Lehrer/innen, wie Frau Sommereisen oder die Herren Leclaire und Falke, begrüßen.

     Zuerst hielten Heribert Britten und der Hausherr Ulrich Sindern an der "Alten Schule" einen kurzen geschichtlichen Rückblick, bevor die Gäste zu einem Rundgang durch das alte Schulgebäude starteten. Hierzu hatte die Lehrerin Frau Möhle-Buschmüller ein Quiz vorbereitet.

     Im Anschluss daran ging es, wie im Jahre 1966, in einem gemeinsamen Umzug zur Wannetalschule auf die Friedrichshöhe. Hier angekommen, begrüßte Herr Britten nochmals alle Gäste und öffnete unter den Klängen des Jugendorchesters des Musikvereins Niedereimer die Schultüren. Nun hatte jeder Besucher die Möglichkeit einen Einblick in die neue, teils schon renovierte, "Selbständige Schule" zu bekommen.

     Im Foyer hatte der Arbeitskreis Dorfgeschichte, wie oben bereits angedeutet, eine Ausstellung zu Thema 125 Jahre Schule in Niedereimer aufgebaut. Hierzu waren unter anderem alte Fotos und Schuldokumente zu sehen. Ebenfalls wurden die Gäste durch Videoanimation von verschiedenen Persönlichkeiten aus dem Dorfleben begrüßt.

     Die Cafeteria im Erdgeschoss wurde von den Gästen gut angenommen. Im ersten Obergeschoss konnten sich die Besucher anhand von Computerclips das heutige Schulleben ansehen. Im Gegenzug präsentierte man den Gästen in einer Klasse das Schulleben vor hundert Jahren. Große und Kleine durften in alten Schulbänken Platz nehmen, um per Videoschau den Schulalltag nachzuvollziehen. Ebenfalls lag ein Übungsblatt mit Sueterlinschrift in den Bänken.

     Otto Voss las an diesem Nachmittag, im zweiten Obergeschoss, Geschichten im plattdeutscher Mundart vor. Zur Überraschung aller ließen es sich Bürgermeister H.J. Vogel und Schulausschussvorsitzender K. Kaiser (MdL), kurz vor Toreschluss, nicht nehmen, zum Schuljubiläum doch noch persönlich zu gratulieren. Zuvor hatten schon die Ratsmitglieder Irmgard Hesse und Friedel Sölken die Glückwünsche überbracht.

     Mit dem Feueralarm endete die Feier zum 125 jährigen Bestehen der Schule in Niedereimer. Wenn im nächsten Jahr die Umbaumaßnahmen abgeschlossen sind soll, voraussichtlich im Frühsommer, noch ein großes Schulfest gefeiert werden.

(Text: Detlev Becker)

     Und nun einige Eindrücke vom 125jährigen Schuljubiläum.

     Viel Spaß dabei!



Dia-Show vom Schuljubiläum 2002


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