St. Martinszug
(Donnerstag, 10.11.2011)



     Bei trochenem Herbstwetter konnten sich die Organisatoren des Vereinsring dieses Jahr über einen phantastischen Besuch des St.-Martins-Spiels und des anschließenden St.-Martins-Zuges freuen. So füllte sich die Kirche als Austragungsort des traditionellen dörflichen St.-Martins-Spiels bereits früh mit vielen Kindern und ihren Eltern sowie Großeltern.

     Der Vereinsring hatte keine Kosten und Mühen gescheut und hatte in einige neue Dekorationsgegenstände für die St.-Martin-Inszenierung investiert. Gespannt verfolgten die dicht gedrängt sitzenden Kinder der Aufführung unserer schon fast professionellen Laiendarsteller aus unserer Dorfmitte, wobei die Kinder vor Spannung immer näher an die Schauspieler heran rückten, bis sie ihnen praktisch auf den Schuhen saßen und damit eine gemütlich lockere Atmosphäre am Rande der Bühne herrschte. Auf diese Art und Weise versucht unser dörflicher Vereinsring den Kindern und Jugendlichen jährlich die Geschichte des heiligen St. Martins näher zu bringen.

     Dieser 316 in der römischen Provinz Pannonien im heutigen Ungarn als Martinus geborene spätere Bischof von Tours war zunächst als römischer Soldat im damaligen Gallien, dem heutigen Frankreich, stationiert, wurde dann aber sehr fromm und lebte viele Jahre als Einsiedler und asketischer Mönch ein sehr zurückgezogenes Leben, bis ihn die Einwohner von Tours gegen seinen Willen zum Bischof von Tours wählten. 397 starb Martin im Alter von 81 Jahren in der Nähe von Tours und wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt. Sein Lebenswandel war geprägt durch Taten der Nächstenliebe und Barmherzigkeit, weswegen auch die bekannte Überlieferung um den Bettler und den zerteilten Mantel weltweit Beachtung fand und die sich noch zu der Zeit zugetragen haben muß, als er noch in Diensten der römischen Armee, also vor seiner Zeit als Geistlicher, stand. Ab 334 war Martin nämlich als Soldat der Reiterei der Kaiserlichen Garde in Amiens stationiert. Die damaligen Gardisten trugen über dem Panzer die sogenannte Chlamys, einen weißen Überwurf aus zwei Teilen, der im oberen Bereich mit Schaffell gefüttert war. An einem Tag im Winter begegnete Martin am Stadttor von Amiens einem armen, unbekleideten Mann. Außer seinen Waffen und seinem Militärmantel trug Martin nichts bei sich. In einer barmherzigen Tat teilte er seinen Mantel mit dem Schwert und gab eine Hälfte dem Armen. In der folgenden Nacht sei ihm dann im Traum Christus erschienen, bekleidet mit dem halben Mantel, den Martin dem Bettler gegeben hatte.

     Im Anschluß an die Inszenierung sammelten sich die Besucher und die begleitende Feuerwehr mit dem DRK-Rettungswagen vor der Kirche zum St.-Martins-Zug durch das alte Dorf. Musiklalisch begleitet wurde der St.-Martinszug wieder von unserem engagiert auftretenden Musikverein Niedereimer. Aber scheinbar werden den Kindern heutzutage in unseren Schulen und Kindergärten nicht mehr die traditionellen St. Martins-Lieder beigebracht, zumindest äußert sich das nicht in aktiver stimmlicher Ausdrucksweise. Kommerzieller Hallowahn als alternativer Karneval scheint leider Vorrang zu haben.

     Als Abschluß der Traditionsveranstaltung überreichten Vertreter der Schützenbruderschaft Niedereimer den Kindern und Erwachsenen die vom Vereinsring georderten und frisch zubereiteten süßen Brezel vor den Türen unserer freiwilligen Feuerwehr.

     Die Feuerwehr richtete dann auch den Rest des gemütlichen Beisammenseins aus, indem heiße Brühwürstchen und heiße Getränke den Besuchern angeboten wurden. Vielen Dank an unsere freiwillige Feuerwehr und die Helfer der Schützenbruderschaft für die liebevolle Arbeit und die Unterstützung unseres dörflichen Brauchtums.

     Als musikalische Untermalung spielte der Musikverein Niedereimer unter Leitung von Werner Kaluza einige stimmungsvolle Lieder, die allerdings mal wieder nicht genügend honoriert wurden. Ein wenig Beifall würde deutlich zur Motivation unserer Musiker beitragen und kostet darüber hinaus nichts. An dieser Stelle aber jedenfalls ein herzliches Dankeschön an unseren Musikverein für die musikalische Unterstützung.

     Wer sich nicht durch alle Bilder durchklicken will, der kann sich hier oder durch Anklicken der nebenstehenden kleinen Illustration zunächst einen Überblick verschaffen und dann gezielt einzelne Bilder anklicken, die sich anschließend vergrößern.

     So und nun in Form einer Diashow zu den Bild-Impressionen des diesjährigen St.-Martinszuges in Niedereimer.



     Viel Spaß!

(Text und Fotos: Nikolaus Hütter)





Dia-Show vom St. Martinszug 2010


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