Dorfgeschichte(n)



     Auf dieser Seite wollen wir Ihnen die Geschichte und die Geschichten unseres Dorfes ein wenig näher bringen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und würden uns über Anregungen und Wünsche ihrerseits sehr freuen.

     Wenn Sie schnell zu einem bestimmten Thema kommen wollen, wählen Sie einfach einen Eintrag aus der folgenden Liste aus und drücken anschließend auf "Und Los!".








Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Niedereimer


Wer sich für die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Niedereimer interessiert, der sollte hier oder rechts den Pfeil anklicken.




II. Weltkrieg in Niedereimer


Hier möchten wir die Erinnerung an die schrecklichen Zeiten des 2. Weltkriegs wachhalten und besonders den Generationen, die dieses Entsetzen zum Glück nicht mitmachen mußten, auf würdevolle Weise näher bringen. Denn möge das Wachhalten dieser Erinnerungen dazu beitragen, daß derartige Greuel nie wieder geschehen. Und möge es als Mahnung dienen für all diejenigen, die Gewalt für ein probates Mittel der Konfliktlösung halten. Was bleibt ist unendliches Leid ...

Wer nun mehr über das Leid jener vergangenen Tage erfahren möchte, muß hier oder rechts den Pfeil anklicken.




Was bedeutet der 9. März 1945 für Niedereimer?


Mit diesem 9. März 1945 bringt man in Niedereimer schreckliche Ereignisse in Verbindung. An jenem Tag fanden auf einen Schlag 21 Menschen im Ort Niedereimer den Tod. Doch wissen heute nur noch wenige alteingesessene und geschichtsinteressierte Niniviten, was es damit auf sich hat.

Wer mehr über diesen schrecklichen Tag und die vom AKD organisierte Ausstellung zum 60. Jahrestag der Befreiung erfahren möchte, muß hier oder rechts den Pfeil anklicken.




Kneer's Edeka-Laden


Wer sich für den ehemaligen Edeka-Laden der Familie Kneer auf der Schürholzstraße interessiert, der sollte hier oder rechts den Pfeil anklicken.




Getreidedreschen und Eierverkauf auf Blöinks Hof


Wer sich einmal über das Heudreschen und den Eierverkauf in Niedereimer in früheren Zeiten infomieren will, der sollte hier oder rechts den Pfeil anklicken.




Das Jahr der Trübsal 1857


     Es war ein heißer, trockener Sommer gewesen, als fast gleichzeitig an vielen Orten die "rote Ruhr" oder - wie es im Volksmunde hieß - "das rote Weh" zu herrschen begann. Die Krankheit trat zuerst vereinzelt auf, verbreitete sich dann aber sehr schnell. Appetitmangel, Durst, Erbrechen, Durchfall, später täglich über 30 Entleerungen blutig-schleimiger Massen unter heftigen Leibschmerzen, Fieber und Entkräftung waren Symptome der Seuche. Sie schritt von Ort zu Ort, von Haus zu Haus und forderte zahlreiche Opfer. Die ansteckende Krankheit raffte nicht nur Kinder und alte Leute dahin, ihr erlagen auch kräftige Männer im besten Alter. Es fehlte an ausreichenden Ärzten und Pflegekräften. Deshalb rief man im Sauerlande die Klemensschwestern aus Münster zu Hilfe. Aus Furcht vor Ansteckung wurden die Toten so früh wie möglich beerdigt. Ihre Begleitung zu den Friedhöfen war polizeilich verboten.

     Auch in Niedereimer forderte die Seuche schwere Opfer. Ihre Zahl wird in privaten Aufzeichnungen mit 30 angegeben, dagegen vermerkt das pfarramtliche Sterberegister der Pfarrei St. Petri in Hüsten (wozu damals auch Niedereimer kirchlich gehörte) 16 Todesopfer aus Niedereimer, die im August und September 1857 starben. Der Tod holte sieben Kinder der Familie Sauerhoff, vier Kinder der Familie Meyer-Kleinschnittger, je ein Kind der Familien Reuther, Schwingenheuer, Voß und Grüne. Außerdem starb eine Frau Maria Holthoff im Alter von 86 Jahren. Überliefert ist nur das Alter von fünf an der Roten Ruhr verstorbenen Kindern der Familie Sauerhoff: Adam war 23 Jahre alt, Anton 18, Zwillinge 13 und Johannes 6 Jahre. Die einzige Tochter der Wwe. Sophia Sauerhoff, die im Siegen an der Oberstraße (heute das Haus Emilie Zander) wohnte, blieb von der Seuche verschont. Wie das möglich war? In Sauerhoffs Hausgemeinschaft lebte auch Frau Sauerhoffs Cousine namens Wulf aus Rumbeck. Sie arbeitete als Näherin viel in Niedereimer. Ihre Nichte, die Tochter Frau Sauerhoffs, weilte in Rumbeck bei Frau Wulf, also bei ihrer Großtante, als die Seuche in Niedereimer wütete. Diesem Glücksumstand hat Tochter Sauerhoff ihre Rettung zu verdanken. Die seltsame Fügung gab der frommen Näherin Fräulein Wulf den Anlaß, wohl gemeinsam mit Frau Sauerhoff, von fleißig erarbeiteten Groschen unterhalb der Schefferei einen Bildstock zu errichten. (Siehe den Bericht "Kreuze und Bildstöcke der Heimat" in dieser Schrift). Die so überlebende Tochter Sauerhoff heiratete später den Bauunternehmer Heinrich Schnettler (und war die Großmutter von Frau Franz Rüther, Küster). Die Familie Sauerhoff stammt von dem Gutshof Sauer in Opmünden bei Soest. Ein Sohn kam von diesem Hofe im Jahre 1813 nach Niedereimer und heiratete hier eine Tochter von Greve (Sinns Hof, heute Franz Glaremin. Siehe den Bericht "Lang, lang ist's her" in dieser Schrift). Frau Sophia Sauerhoff war die Urgroßmutter von Frau Alwine Sauerhoffs Ehemann Fritz, der vor fünf Jahren starb).

     Die Seuche hatte eine allgemeine Niedergeschlagenheit ausgelöst; die Arbeit ruhte, das Obst verfaulte auf den Bäumen. Man fürchtete, es zu genießen. In den Orten mit einer Kirche füllten die Gläubigen die Gotteshäuser. Die Männer, Frauen, Jugendlichen und Kinder von Niedereimer pilgerten nach Bruchhausen zur Kapelle von Rodentelgen, deren Schutzheilige, die Märtyrin Lucia, als Patronin gegen das "rote Weh" angerufen wurde. Von Hüsten aus wurde neun Tage lang eine "Gottestracht" zur Gnadenkapelle Rodentelgen abgehalten.

     Mitte September begann die Seuche zu erlöschen. Der tiefe Eindruck, den das große Sterben auf die Bevölkerung ausübte spiegelt sich in den Versen des als Vikar von Bäderich bei Werl verstorbener Dichters Peter Soemer:

Es flog, die Geißel in der Hand,
Ein Engel durch Westfalenland.
Er schwang sie über alt und jung,
Mir graut bei der Erinnerung.
Wie Hagel, dürres Laub und Schnee
So fielen sie am "roten Weh".
Was gestern blüht' in voller Kraft,
Ward heute schon dahingerafft.
Die Mutter, die ihr Kind gepflegt,
Ward mit ihm in den Sarg gelegt.
Manch Haus, das barg der Kinder viel,
Ward kinderlos und öd und still.
Zum Kirchhof fuhr man Sarg auf Sarg,
Die man geschwind im Grabe barg.
Kein Grabgesang, nur Glockenklang.
O, wie das bang zum Herzen drang!
Dazwischen tönte mild und klar
Das Krankenglöckchen immerdar.
Sonst fragt man seinen Nachbarn gern:
"Wem bringt man unsern lieben Herrn?"
Jetzt knieet, was noch knien kann
Und betet still den Heiland an.
O Gott, wie manche Träne floß
Wenn man das Himmelsbrot genoß!
Wie seufzte man so jämmerlich:
O Herr, o Herr,, erbarme dich!
Und siehe, Gott erbarmte sich.
Der Winter kam, die Seuche wich.
Wen sie nicht traf und wer genas,
Die Schreckenstage nie vergaß.






Das rote Kreuz von Niedereimer


Dunkle Wolken verhängen den Mond. Nur hin und wieder fällt sein bleiches Licht zur Erde. Auf der Straße von Niedereimer nach Bruchhausen führt ein Reiter sein Pferd in langsamem Schritt. Merkwürdig, der hochgewachsene Mann auf dem starken Roß meidet die Mitte der Straße. Dort, wo Bäume und Buschwerk die dichtesten Schatten werfen, reitet der Fremde mit allen Zeichen der Bedachtsamkeit. Sein grobgeschnittenes Gesicht trägt einen grausamen Zug. Nichts Gutes scheint dieser unheimliche Reiter im Schilde zu führen. Jetzt lenkt er sein Roß noch hinter den Straßenrand. Mensch und Tier verhalten sich regungslos. Die Wolken ziehen ihren Schleier von der matten Mondscheibe zurück.

     Da sieht man: Der Reiter horcht in die Nacht. Das Ohr des Lauschenden vernimmt fernes Hufgeklapper. Es kommt näher. Der unheimliche Fremde duckt sich auf seinem Roß, das unruhig die Nüstern bläht. Das tückisch blickende Auge des Mannes späht die Straße hinunter, dem zweiten Reiter entgegen. Ja, er ist's: der Miterbe eines großen Hofes und Bruder des im Schatten lauernden Mannes. In seiner Vorstellung schaut dieser den prächtigen Hof, den er allein besitzen möchte, sei es auch um den Preis einer ungeheuren Blutschuld. Die Hand faßt die Waffe. Da gibt er dem Pferd die Sporen. Mit einem Satze steht das Roß auf der Straße, dicht neben dem arglosen Bruder seines Herrn. Dieser zückt den Dolch. Der Überfallene wehrt sich. Doch in dem Kampf auf schnaubenden Rossen, Mann gegen Mann, fühlt er seine Kraft erlahmen. Keuchend bietet er seinem Bruder einen Vergleich an, sogar den Verzicht auf das Erbteil. Vergebens! Die flehentliche, in abgerissenen Worten mühsam hervorgebrachte Bitte um Schonung des Lebens rührt nicht das verhärtete Herz. Habgier führt den Mordstahl. Tot sinkt der Bruder aus den Steigbügeln. Sein Herzblut färbt das Kreuz, das just an dieser Stelle seit langem schon den frommen Pilger grüßte.

     Auf der Stirn des Brudermörders brennt das Kainszeichen. Die schwere Schuld jagt ihn fort. Gehetzt von der Stimme des Gewissens, flieht er durch die Welt. Dann ereilt auch ihn ein gewaltsamer Tod. Der Mörder wird das Opfer eines Mörders. Doch auch das Grab hält für ihn keine Ruhe bereit. Die Blutschuld treibt die totenbleiche Gestalt wie einen Schatten zum Orte des Verbrechens zurück. Der Schuldbeladene kauert am Boden. Die knöchernen Hände umklammern das Kreuz. Blut klebt an ihnen, Blut des Bruders. Die Augen weiten sich vor Entsetzen in der Erinnerung an die grausige Tat. Ein Stöhnen, unsagbar qualvoll, entringt sich seinem Munde.

     Wieder nähert sich ein dunkler Schatten, die Gestalt des unter dem Kreuze Ermordeten. Fahl ist sein Antlitz. Mit einem Blick voll tiefer Trauer umfaßt er die Umrisse des Schattens am Boden. Der Mörder krümmt sich unter der Wucht der stummen Anklage des Bruders. Da schlägt's vom Arnsberger Glockenturme Mitternacht. Nach dem letzten Glockenschlag zerfließen die Schauen am roten Kreuze.

     A n m e r k u n g : Die Sage vom roten Kreuz von Niedereimer hat sich einer Begebenheit angenommen, die sich vor ungefähr zweihundert Jahren zutrug. Im Jahr 1753 erschoß Freiherr Wolf von Lüdinghausen, dem das Gut Föchten bei Neheim-Hüsten und weitere Besitzungen bei dieser Stadt gehörten, den Freiherrn von Lilien, der als Besitzer des Gutes Echthausen ein Nachbar des Herrn von Lüdinghausen und Bürgermeister von Werl war. Die Tat geschah nach einer Arnsberger Tagung der Landstände des Herzogtums Westfalen. Der Wille zur Sühne errichtete am Tatort zwei Kreuze aus grün und rötlichem Ampener Sandstein. Eines davon stand rechts an der Straße (in Richtung Bruchhausen gesehen) dort, wo heute vor dem Werksgelände der Hiag die zweite Brücke über den Abzweiggraben der Ruhr führt. Der Sockel dieses Kreuzes war noch um das Jahr 1910 zu sehen. Das zweite Kreuz erhob sich in etwa dreißig Meter Entfernung links von dem Abzweiggraben. Es ist eigenartig, daß zwei Kreuze errichtet wurden. Sie lassen die Vermutung zu, daß die Bluttat in einem Duell geschah und daß die beiden Kreuze den Standort der Duellanten bezeichneten.

Das rote Kreuz von Niedereimer

Beim Dorfe Niedereimer da steht ein Kreuz von Stein,
Bemoost, mit Brombeer umranket, im Felde am einsamen Rain.

Wenn der Pfad den friedlichen Landmann geleitet an diesen Ort,
Dann eilt er mit flüchtigem Schritte und scheu seines Weges fort.

Und wenn vom Glockenturme die Mitternachtsstunde schallt,
Dann sprengt aus dem nahen Walde eine schwarze Rittergestalt.

Man hört keinen Hufschlag dröhnen, es rasselt die Rüstung nicht,
Das Roß ist schwarz wie der Reiter, doch bleich des Ritters Gesicht.

Er hält vor dem Kreuze stille, vom Rosse steigt er schnell;
Vom Kreuze tönt es wie Wimmern, wie Hilferuf grausig und gell.

Und er schaut mit stierem Blicke auf das Kreuz von bemoostem Stein;
Es schaudert ihm durch die Glieder, es zittert sein kaltes Gebein.

Sieh, rinnt's nicht wie Tropfen Blutes vom Kreuz in das feuchte Gras?
Erschaudernd beschaut er die Hände: Wie triefen sie blutig und naß!

Jetzt wirft er stöhnend sich nieder, will wischen vom Kreuze das Blut;
Wie rauchen purpurn die Hände! Das brennt wie Höllenglut.

Stumm schwebt an ihm vorüber mit leisem Geisterflug
Der Schatten des einzigen Bruders, den meuchlings er hier erschlug.

Da begegnen sich beider Blicke, der eine verzagend und scheu,
Der andere aufklagend und traurig - Der Geist schwebt leise vorbei.

Das Kreuz glüht rot und röter von Tropfen Blutes genäßt.
Leis' streicht durch die Tannen der Nachthauch. Leis' neigt sich das düstre Geäst.

Und wenn die Mitternachtsstunde mit dem Klange der Turmuhr verhallt,
Dann verschwindet mit klagendem Stöhnen die schwarze Rittergestalt.

Beim nächsten Vollmondscheine da magst du ihn wiedersehn,
Wie das Blut er tilgen möchte, dem keine Sühne geschehn.






Das Schicksal der "Dicken Eiche"


     Am 13. Juli d. Js. jährte sich zum 109. Male der Tag, an dem königlicher Besuch in der Gemeinde Nliedereimer weilte. Es waren König Friedrich Wilhelm IV. und sein Bruder Prinz Wilhelm von Preußen, der spätere Deutsche Kaiser Wilhelm I. Sie befanden sich am 13. Juli 1853 auf einer Fahrt von Soest nach Schloß Herdringen und unterbrachen sie zu einem Abstecher nach Niedereimer. Die Regierung zu Arnsberg hatte der Gemeinde für das Weißen und die Instandsetzung der Fachwerkhäuser an den Straßen, über die die königlichen Gäste fuhren, 50 Taler bewilligt. Von der Friedrichshöhe schauten der König und Prinz mit ihrer Begleitung auf den grünen Bergeskranz ringsum und äußerten ihre Begeisterung über die Schönheit der Landschaft.

     Das eigentliche Ziel der Besucher bildete die Dicke Eiche, die drittgrößte Deutschlands, nach den größeren bei Ratibor in Schlesien und in Ibbenbüren. Der Baum war Niedereimers Stolz und eine weitbekannte Sehenswürdigkeit mit einem Alter von 1000 Jahren.

     Die Dicke Eiche, die alljährlich Tausende von Naturfreunden anlockte, zeigte seit den 70er Jahren Spuren der Vergänglichkeit. Wiederholt hatte der Blitz den Baum getroffen und ihn um mehr als die Hälfte seiner Rinde beraubt. Deshalb hatte man die entrindeten Flächen des Baumriesen mit Karbolineum gestrichen. Immer noch trieb der zähe Baum grüne Blätter, bis er im Sommer 1918 - wie aus Trauer um die Opfer des verlorenen Weltkrieges - verdorrte.

     Der hohle Baum verzeichnete einen Umfang von 9 m und bot einer Schar von 24 Kindern Platz. Von seinem ungewöhnlichen Ausmaß zeugt auch die Feststellung, daß er nach genauer Messung durch Forstmeister Barkhoff zu Beginn der Markenteilung (1822) 64 Festmeter Nutzholz und 20 Festmeter Derbholz (Äste und Zweige) aufwies. (Zum Vergleich: ein 8 m langer Baumstamm von 40 cm Durchmesser ergibt erst 1 Festmeter Holz).

     Mit großer Liebe waren die Bewohner besonders von Niedereimer der Dicken Eiche zugetan. Väter und Urväter hatten sich unter ihrer Krone in kühlem Schatten glücklich gefühlt. Deshalb löste das jähe Ende des Baumgiganten allgemein tiefes Bedauern aus. Es war am 23. August 1923, morgens 5 Uhr, als die Feuersirene die Einwohner aufschreckte. Die Dicke Eiche brannte! In lodernde Flammen gehüllt, bot sie einen schaurigen Anblick. Die gewaltigen Äste, von denen jeder die Mächtigkeit eines starken Baumes besaß, und in deren Höhlen Dohlen, Eulen und Spechte nisteten, reckten sich wie Zyklopenfackeln empor. Eineinhalb Stunden später stürzte der ganze Baum in sich zusammen, in diesem Sturz noch krachte die Kraft seines Holzes. Die Asche wirkte als Demonstration der Vergänglichkeit alles Irdischen. Heute kündet nur ein kümmerlicher Rest vom Standort der Dicken Eiche. In der Erinnerung der älteren Generation lebt sie weiter.



Vor 75 Jahren

am 23. August 1923, verbrannte die "Dicke Eiche". Nur das Dorfwappen erinnert noch an den mächtigen Baumriesen.

Der Baum

     Am 23. August 1998 kehrte zum 75. Mal der Tag wieder, an dem der einst so mächtige Baumriese, die ,,Dicke Eiche" verbrannte. Wahrscheinlich durch Brandstiftung wurde das einzigartige und weitbekannte Naturdenkmal vernichtet. Über das Alter der Eiche kann wohl niemand mehr Auskunft geben, denn nur wenige Überreste zeugen überhaupt noch von dem Baum. Dicke Eiche In vielen Beschreibungen wird das Alter der Eiche auf etwa 800 bis 1000 Jahre geschätzt. Sie war um 1923 die drittgrößte Eiche in Deutschland, nach Ratibor in Schlesien und Ibbenbüren.

     Oberhalb des Platzes soll angeblich ein Hügelgrab sein. Heidnische Kultstätten und Grabplätze sind vielfach in der Nähe von "Naturdenkmälern" zu finden. Um 900 wurde das Sauerland christlich, Hügelgräber wurden nicht mehr angelegt. Wenn man nun das Hügelgrab und die Eiche in Verbindung bringt, so dürfte die Eiche noch älter gewesen sein. Vielleicht hat aber auch immer wieder eine mächtige Eiche dort gestanden. Doch dieses sind alles nur Spekulationen und können nicht mehr belegt werden. Nach Aussage eines Forstbeamten werden Eichen im Durchschnitt 600 Jahre alt, danach kommt der natürliche Verfall. Jedenfalls war diese Eiche, egal wie alt sie nun auch war, ein mächtiges "Bauwerk". Was sie aber wohl alles im Laufe der Jahrhunderte mitbekommen hat, ist das Wachsen der Dörfer und Städte und die Industrialisierung unserer Heimat. Aber auch viele kriegerische Auseinandersetzungen hat sie miterlebt.


Das Naturdenkmal

     Die erste nachweisliche Erwähnung "der Eiche von ungewöhnlichem Ausmaß" findet man in der Markenteilung von 1822. In diesem Jahr führte der Landvermesser Padberg aus Hüsten auf Antrag Niedereimers eine neue Vermessung der Niedereimer Mark durch. Auch die "Dicke Eiche", damals noch mitten im Wald, wurde durch Forstmeister Barkhoff vermessen. Diese Messung ergab 64 Festmeter Nutzholz und 20 Festmeter Derbholz (Äste und Zweige).

     Nach Abschluß der Markenteilung von 1845 und der Spezialteilung von 1855 wird auch in den Verträgen die "Dicke Eiche" wieder genannt. So wird unter Androhung einer Konventionalstrafe von 100 Thalern, die den Armen von Niedereimer zufallen sollen, verboten, den berühmten Baum zu fällen oder zu beschädigen. Außerdem ist vom Besitzer ein halber Morgen (1.250 qm) um den Baum freizuhalten und die Benutzung des Fußweges vom Himmeipfortener Weg aus jedem Besucher zu gestatten.

     Am 13. Juli 1853 bekommt die "Dicke Eiche" königlichen Besuch. König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen in Begleitung des Prinzen Wilhelm (später Kaiser Wilhelm I.) und des Grafen Otto von Bismarck (später Kanzler) bestaunen den mächtigen Baumriesen. Der König mit seinem Gefolge befindet sich auf dem Weg von Soest nach Herdringen zur Einweihung des umgebauten Schlosses des Grafen von Fürstenberg. Doch bevor der König die Eiche besucht, werden die an der Straße gelegenen Fachwerkhäuser geweißelt und instand- gesetzt. Hierfür hat die Regierung zu Arnsberg eine Summe von 50 Thalern bewilligt.

     In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts zeigte der Baum, der viele tausend Naturfreunde und Familien alljährlich anlockte, erste Spuren der Vergänglichkeit. Mehrmals war der Blitz eingeschlagen und hatte viel von seiner Rinde zerstört. Die entrindeten Flächen wurden zum Schutz mit Karbolineum gestrichen. Immer noch trug der zähe Baum sein weites, grünes Laubdach. Aufgrund des schlechten Zustandes versuchte der Besitzer den Baum im Jahre 1875 fällen zu lassen. Ein vom Fiskus (Staat) durch alle Instanzen getriebener Prozeß konnte dieses jedoch glücklicherweise verhindern.

     Im Jahre 1876 wurde der Gasthof Schulte an der Wannestraße erbaut. Dieser Gasthof erhielt, wie konnte es anders sein, den Namen "Zur Dicken Eiche". Bekannt waren die guten Waffeln von Schulten. Viele der Besucher des mächtigen Baumriesen stärkten sich vor dem Heimweg mit Speisen oder Getränken aus diesem Hause. Denn jeder Besucher mußte - die Kleinbahn gab es noch nicht - sich zu Fuß auf den Weg nach Hause oder zum neuen Arnsberger Bahnhof machen.

     Im Jahre 1910 wurde auch in Niedereimer ein Turnverein gegründet. Schnell war man sich über einen Namen einig. Der Verein erhielt den Namen: Turnverein Dicke Eiche 1910.

     Auch für die Schulklassen damals war ein Besuch der "Dicken Eiche" Pflicht. Im Inneren des Baumes war Platz für eine 24köpfige Kinderschar. Der Baum hatte in zwei Meter Höhe noch einen Umfang von neun Metern. Dicke Eiche (Zum Ver gleich: Die Eiche an der Friedrichshöhe ist ca. 450 Jahre alt und hat einen Umfang von 5,10 Meter.)

     Etwa 1913 zeigte der Baum erste nach außen hin auftretende Höhlungen. Der Eigentümer machte den Fiskus als "Beschützer" hierauf aufmerksam und riet ihm, die Höhlung auszumauern, um die Eiche somit vor etwaiger Brandstiftung durch Kinder oder Touristen zu schützen. Aufgrund der damaligen hohen Kosten von 800 - 900 Mark unterblieb dies jedoch. Somit war der Baum immer stärker dem Verfall preisgegeben. Mehr und mehr Äste verdorrten und fielen im Laufe der Zeit ab. Zum Schluß war nur noch ein abgestorbener Baumstumpf mit wenigen trockenen Asten übrig.

     Am 23. August 1923 kam es dann zu der vernichtenden Katastrophe. In der Nacht muß sich ein Brandstifter auf den Weg zur Eiche gemacht haben. Um 5 Uhr ertönt das Feuersignal in Niedereimer. Noch ehe die ersten Männer am Spritzenhaus eintreffen, schlagen schon weit sichtbare Flammen aus dem Baum. Der trockene Stamm mit seinen mächtigen Ästen brennt lichterloh. Wie bei einem riesigen brennenden Kamin schlagen die Flammen dem Himmel entgegen. Mit gewaltiger Kraft stürzt nach etwa 2 Stunden ein Ast zu Boden. Durch das Eingreifen der Feuerwehr kann jedoch noch der zweite Seitenast vor dem gänzlichen Verbrennen gerettet werden. Viele Mitbürger und auch die Schulkinder schauen diesem traurigen Spektakel zu.

     Die Asche des Baumes verdeutlicht nun allen Besuchern die Vergänglichkeit allen irdischen Daseins. Schon wenige Tage nach dem Brand setzt der geschädigte Gutsbesitzer Franz-Friedrich Bienstein für die Ergreifung des Brandstifters eine Belohnung von 10 Millionen Mark aus. (Diese Belohnung wird die Leser wohl in Erstaunen versetzen, aber die damalige Inflation geht dem Höhepunkt entgegen.) Am 30. August erhöht die Gemeindevertretung diesen Betrag um 20 Millionen Mark auf nun insgesamt 30 Millionen zur Entdeckung des Täters.

Die weitere Entwicklung

     Im Dezember 1923 wurde die Niederlegung des Restes der "Dicken Eiche" von der Regierung angeordnet. Sie will - als Beschützer des einstigen Baumriesen - einem etwaigen Unglücksfall durch Niederstürzen, insbesondere des vom Feuer verschonten Astes, vorbeugen. Diesem Wunsch kam der Eigentümer nach. Er stellte den verbliebenen Rest in seinem Garten an der Wannestraße (heute: Wiese der Kirchengemeinde) auf. Dieser "Rest" hatte aber immer noch die Größe eines Baumes: Er war noch ca. 2,50 m hoch und ca. 1,50 m breit. Bis zum Ausbau der Wannestraße/Friedrichshöhe in den 50er Jahren hatte der Ast dort seinen festen Platz.

     Am Himmelpfortener Weg hingegen wurde die Stelle, an dem der einst mächtige Baum mit seiner riesigen Krone gestanden hatte, immer kahler. Nur wenige Reste erinnerten noch an die einstige "Dicke Eiche". Schnell begann der Eigentümer mit der Aufforstung dieser Parzelle. Fichten wurden dort gepflanzt und bald erinnerte nichts mehr an den einst so mächtigen Baum. So verlor der einstige Anziehungspunkt der Besucher aus Nah und Fern seine Bedeutung.

Dem Vergessen vorbeugen

     Um die "Dicke Eiche" nicht ganz zu vergessen, unterbreitete das Staatsarchiv Münster in seinem Wappen- und Siegelvorschlag im Jahre 1959 folgende Überlegung: Die jahrhundertealte Eiche mit je einem Eimer an der Seite zu versehen, Wappenfarben sollten Silber (=Weiß) und Blau sein. Dieser Entwurf fand jedoch keinen Zuspruch in der Gemeindevertretung. Ein neuer Entwurf mußte her. Auch weitere Vorschläge mit Rehen, Kohlenmeiler oder dem Hl. Stephanus wurden verworfen. Nun wurde vorgeschlagen, das Wappen mit der "Dicken Eiche" sowie einem Wellenband für Ruhr, Wanne- und Kettlerbach zu gestalten. Dieser Entwurf wurde schließlich im Jahre 1962 von der Gemeindevertretung, dem Staatsarchiv und dem Innenministerium angenommen. Von nun an wurde die "Dicke Eiche" wieder ins Gedächtnis der Leute zurückgerufen bzw. neu entdeckt. Alle offiziellen Schreiben erhielten nun wieder ein Bild der Eiche. Die Fahrzeuge der Feuerwehr bekamen das Wappen auf die Türen.

     Doch schon 1975, nach nur 13 Jahren, hieß es wieder Abschied nehmen von Wappen und Siegel. Durch die kommunale Neugliederung verlor auch die Gemeinde Niedereimer ihre Selbständigkeit. Für die gesamte Stadt Arnsberg gab es nun nur ein Wappen und zwar den Arnsberger Adler. Um jedoch die "Dicke Eiche" nicht wieder zu vergessen, erhielt, als im Zuge der Neugliederung Straßenumbenennungen erforderlich wurden, der Habichtsweg in Niedereimer den Namen: "Zur Dicken Eiche". An der neuen Bürgermeisterkette wurde eine Plakette angebracht, auf der die "Dicke Eiche" abgebildet ist. In der Halle Friedrichshöhe ist das einstige Gemeindewappen über der Bühne aufgemalt, und auch die ehemalige Gastwirtschaft Schulte an der Wannestraße trug zwischendurch nochmals wieder den Namen "Zur Dicken Eiche". Überall begegnet uns die "Dicke Eiche". Das Wappen mit dem Baumriesen prangt auf der Dorffahne, die St. Stephanus Schützenbruderschaft hat die "Dicke Eiche" auf der neuen Vereinsfahne, ebenso der TuS Niedereimer. Schützenbruderschaft und Musikverein tragen die "Dicke Eiche" als Abzeichen auf ihren Uniformen. Zahlreiche Autofahrer haben den Aufkleber mit dem Wappen von Niedereimer auf ihrem Fahrzeug. Schieferschnitzer Ernst Biernbaum hat die "Dicke Eiche" auf vielen Bildern verewigt, und Vereine und Organisationen verschicken das Wappen und/oder die "Dicke Eiche" auf ihren Briefköpfen in die weite Welt. Die "Dicke Eiche" gehört nach wie vor zu Niedereimer!

Die Erinnerung

     Heute kann sich wohl kaum noch jemand an die "Dicke Eiche" erinnern. Nur noch wenige ganz alte Bürger haben diesen Baumriesen gekannt, zu der Zeit, als er vielen Besuchern mit seiner riesigen Laubkrone Schatten spendete und vielen Tieren in seinen Ästen und Höhlungen Schutz vor Wärme und Kälte bot.

     Heute, nach 75 Jahren, hat sich vieles geändert. Die Wohnbebauung ist bis auf wenige Meter an den Platz des Baumes herangerückt und für die Wanderer heute ist diese Stelle nichts Besonderes mehr. Obgleich auch die Fichten wieder verschwunden sind, findet man doch nur bei näherem Hinsehen spärliche Überreste der Wurzeln und des Stammes unter Laub und dünner Bodenschicht. Und nur ganz wenige der Niniviten wissen überhaupt, wo dieser Platz ist, so daß in wenigen Jahrzehnten nur noch in einer Sage an die "Dicke Eiche" erinnert werden wird.

     Was wäre aber, wenn dieses einzigartige Naturdenkmal noch stehen würde? Hätte man in Niedereimer dann vielleicht regen Fremdenverkehr aus Nah und Fern, wie es damals war? Wären in Niedereimer mehr Gaststätten und sogar Hotels? Das vermögen wir nicht zu sagen. Sicher wäre es aber dann in Niedereimer nicht mehr so ruhig und so idyllisch, wie es heute ist.


Detlev Becker

Bilder der Dicken Eiche

Bilder der "Dicken Eiche"

     Ein Baum wie ein Riese, vom Mythos der Unsterblichkeit Anfang des letzten Jahrhunderts beraubt - wie sah er denn nun wirklich aus? Wer sich nach den obigen Ausführungen für das Aussehen der "Dicken Eiche" interessiert, der kann sich hier oder durch anklicken des rechts stehenden Bildes einen Eindruck von "unserer Dicken Eiche" verschaffen, denn es gibt Sie noch - eine Reihe von Erinnerungsfotos gegen das Vergessen. Hier finden Sie Geschichte zum Anfassen oder besser zum Ansehen.

Viel Spaß dabei.






Höfe in Niedereimer


Hof Karthaus

· jetzt Fürstenbergísche Försterei
· erste Erwähnung 1191 ? (1207) als Zubehör Hüstens
· der Name wird abgeleitet von der Adelsfamilie von Karthausen (Carthaus)
· Anfang 1600 kommt der adelige Name zuletzt vor
· der Hof ist nach Köln Lehnspflichtig
· der Hof erhält 1855 durch die Markenteilung 415 Morgen Wald
· Mitte des 19. Jahrhunderts Verkauft die Familie Karthaus Ihren Besitz an den Grafen von Fürstenberg/Herdringen und an ansässige Landwirte
· der alte Hof wird abgerissen und durch das heutige Haus mit Stallung und Scheune ersetzt




Hüster Hof

· jetzt Franz-Friedrich Bienstein
· erste Erwähnung 1191 ? (1207) als Zubehör Hüstens
· um 1800 erwirbt Johann Bienstein den Hof von Hüster
· Hüster Hof und Wulfs-Hof werden gemeinsam bewirtschaftet
· der Hof erhält 1855 durch die Markenteilung 355 Morgen Wald
· die Ziegelei wird von Franz-Friedrich Bienstein sen. weitergeführt (wahrscheinlich Sohn von Josefine B.)
· 1900 Bau des neuen Gutshauses
· 1962, der alte Fachwerkbau wird abgerissen




Wulfs-Hof

· jetzt Haus Prause, Wassergasse (das Haus wurde vollständig abgerissen und auf den Grundmauern neu aufgebaut)
· erste Erwähnung 1191 ? (1207) als Zubehör Hüstens
· 1359, der Hof gehört den Freiherren von Rüdenberg
· der letzte von Rüdenberg schenkt Kloster Wedinghausen den Hof
· 1802 fällt der Hof durch die Säkularisation an die Hessen
· ca. 1814/15 erwirbt der Erbpächter Bienstein den Hof für den 25-fachen Jahrespachtbetrag
· Wulfs-Hof und Hüster Hof wurden gemeinsam bewirtschaftet
· um 1780 holt F. Bienstein den Ziegelmeister Georg Sonntag in die Feldbrandziegelei
· Fritz Sonntag (Sohn von Georg) heiratet Christine Bienstein und bewirtschaften den Wulfs-Hof ( daher Sonntagshof)
· Mitte des 19. Jahrhunderts sterben Christine Sonntag und deren Kinder
· Fritz Sonntag heiratet C. E. Pillsticker aus Westtönnen
· die Tochter Josefine heiratet den Sohn vom Hüsterhof
· so kommt der Name Bienstein wieder auf den Wulfs-Hof
· Friedrich Sonntag (gt. Wulf) erhält 1855 durch die Markenteilung 154 Morgen Wald
· 1870 baut Familie Bienstein einen neuen Hof an der Friedrichshöhe




Sinnísche Hof

· jetzt Helmut Glaremin
· erste Erwähnung 1191 ? (1207) als Zubehör Hüstens
· im 13. Jahrhundert gehörte der Hof den Kölner Kurfürsten
· Mitte des 13. Jahrhunderts besaß Dietrich von Ketteler den Hof als Lehnsträger
· einer seiner Nachkommen wurde Herr von Kurland und trat zum Protestantismus über und verkaufte den Hof an den Apotheker Brisken aus Arnsberg
· Anfang des 17. Jahrhunderts war ein Greve Erbpächter
· 1809, Adolph Greve gt. Sinn baut ein neues Wohnhaus
· 1816 wurde Greve Eigentümer
· ein Nachkomme vererbte den Hof an die Tochter, die einen Glaremin von der Haar heiratete
· der Hof erhält 1855 durch die Markenteilung 200 Morgen Wald, verkaufte vorher schon 100 Morgen an den Fiskus
· im Juli 1952 brennt das Haus nieder, noch im selben Jahr wird mit dem Wiederaufbau begonnen




Hof Klauke

· ht. Gelände hinter der Sparkasse
· erste Erwähnung 1191? (1207) als Zubehör Hüstens
· Hof Klauke eigendlicher Name: "Kolike"
· Eberhard Reuther (gt. Klauke) erhält 1855 durch die Markenteilung 111 Morgen Wald
· um 1890 heiratet Anton Grüne von Drüggelte/Möhne die Tochter von Landwirt Reuther, Maria Reuther
· 1963 ziehen Grüne/Blöink auf den neuen Hof am Eichhahn
· ca. 1977 werden die Gebäude abgerissen




Hof Varenhagen

· erste Erwähnung 1191? (1207) als Zubehör Hüstens
· ging in der Soester Fehde (1444- 49) zugrunde
· war dem Kloster Wedinghausen zinspflichtig
· nach dem Untergang erhält Familie Varenhagen ein kleines Zinsgut (Kolonat) in Bruchhausen
· ein Grundstück von Fr.Fr. Bienstein trägt den Namen Varenhagen, es liegt an der Wannestraße oberhalb der Wannebrücke




Hof Mette

· ca. 1845- 55 kauft der Schäfer Anton Mette von der Stadt Soest 45 Morgen Wald für 303 Taler und vom Franz Josef von Papen 10 Morgen Wald für 250 Taler
· Anton Mette tauscht diesen Waldbesitz mit dem Grafen von Fürstenberg gegen Ländereien im Niedereimer Feld
· 1826 baut er an der Friedrichshöhe (ht. Gelände von Schule/Kindergarten) ein Haus, dieses brannte 1884 ab
· Mette errichtet 1884 ein neues Haus (ht. Krass) an der Wannestraße





Milchabfuhr und -versorgung in Niedereimer


Hier wollen wir Ihnen zeigen und schildern, wie in früheren Zeiten die Milch in Niedereimer abgeholt wurde, und wie die Menschen seinerzeit mit frischer Milch versorgt wurden.

Von 1929 bis 1952 war Herr Heinrich Glaremin (*18.11.1900, +11.02.1979) für den Milchtransport verantwortlich. Danach unterhielt er bis zum Ende der 60er Jahre ein Fuhrgeschäft. Die beiden folgenden Bilder zeigen ihn beim Transport und beim Umfüllen der Milch.


Herr Glaremin beim Transport der Milch in Bruchhausen.
     
Herr Glaremin beim Umfüllen der Milch vor dem heutigen Gasthof Bienstein.



Andreas Voß hat uns am 16.02.2002 per Formular mitgeteilt, daß es sich bei den folgenden drei Bildern um seinen leider bereits verstorbenen Großvater Albert Menne handelt. Und nach einer telefonischen Rücksprache mit seiner Großmutter Frau Rita Menne, konnten weitere Hintergrundinformationen in Erfahrung gebracht werden.

Ab 1954 transportierte Herr Albert Menne die Milch von den hiesigen Bauern zur Molkerei nach Hüsten. Dazu wurden die schweren 20 Liter Milchkannen auf den sogenannten Büttenrampen von den Bauern abgestellt, und Herr Menne holte sie von dort ab, um sie nach Hüsten zu befördern. Dies geschah zunächst mit Hilfe eines Pferdefuhrwerks, später dann mit einem Unimog. In der Molkerei in Hüsten wurde dann die Milch gewogen und Herr Menne nahm frische Milch oder auch die leeren Kannen wieder mit auf den Rückweg. Mit der frischen Milch versorgte er dann Bruchhausen und Niedereimer. Ab Ende der 60er Jahre versorgte Herr Menne Niedreimer mit der Post anstatt mit Milch.



Dieses Bild zeigt Herrn Menne um 1954 vor seinem Fuhrwerk.



Hier sehen wir das damals eingesetzte Zugpferd "Lotte" mit dem Kutschbock.



Und hier Herrn Menne vor seinem Unimog an der Eiche am Anfang des Surkhahns.



Unser besonderer Dank geht an Frau Rita Menne für die nette Hilfe und die Erlaubnis diese Hintergrundinformationen veröffentlichen zu dürfen. Dank auch an Andreas Voß, den Enkel von Frau Menne, für die Kontaktaufnahme via Formular. So wird Geschichte lebendig und für kommende Generationen begreifbar!






Flur-, Parzellen- und Wegenamen in und um Niedereimer



Achseneiche

Am Steinweg
Parzelle zwischen Deggert und Steinweg

An der Sägemühle
Parzelle links vom Steinweg, an der Wannestraße

An Hundertmorgen
Parzelle links am Steinweg, unterhalb Hundertmorgen

Annikawiese
ehemalige Kuhweide, links der Straße Auf der Hude

Bausenpfad
rechts vom Berbkebach, paralell zur Autobahn, Verlängerung vom Alten Soestweg

Berbke/Berbecke
Siepen von Autobahnauffahrt Niedereimer bis zur Quelle
ehemaliger Grenzbach zwischen Niedereimer und Arnsberg

Birkenköpfchen
Parzelle rechts vom Steinweg, auf der Höhe

Boom,der
Wiese unterhalb der Autobahnbrücke an der Wannestraße

Bockstall/Bockstallsiepen
Höhepunkt zwischen Arnsberg und Breitenbruch
Siepen in Richtung Niedereimer

Degger/Deggerweg/Deggersiepen/Deggert
Höhe rechts vom Steinweg bis zum Sattel, Grenze zwischen Fürstenberg und Staatlichem Forst
Siepen in Richtung Wannestraße
Parzelle unterhab vom Jagdhaus

Dunkele Siepen
Siepen im Deinscheid, paralell zum Kettlerbach

Drüggelsiepen
gegenüber dem Jagdhaus am Sattel in Richtung Hevearm

Eichhansiepen
Siepen unterhalb der Autobahnbrücke, paralell zur Straße Zum Eichhahn

Emils Buche
Kreuzung Berbke, Weg nach Breitenbruch/Kamprasiepen

Ententeich
Teich am Kampraweg

Erlen, in den
zwischen Ufer am Stephanusweg und Kleinbahnschienen

Eselsbrücke; vorderste, hinterste
zwischen Berbke und Stemmberg

Fritzens Fuhr
1. Weg links der Wannestraße (Richtung Breitenbruch) unterhalb der Autobahnbücke, benannt nach dem Besitzer Friedrich Bienstein

Fuchsige Bruch
links vom Kampraweg

Galgenberg/Gallenberg
Gelände zwischen Berbkebach und Hermeshahn links der Niedereimerstraße (Ortsausgang), ehemaliger Lehmbruch

Gersthahn
links vom Gerwinsweg, unterhalb Mettenschlag

Gerwine/Gerwinsweg
2. Weg links der Wannestraße (Richtung Breitenbruch), Brücke beim Hochwasser 1981 weggerissen daher nur noch über Schwarzwaldstraße zu erreichen

Gerwinswand
rechts von der Gerwinne, unterhalb Sinnsschlag

Glareminís Rote
ht. Gelände der Fa. Strobel und VEW zwischen Kleinbahnschienen und Straße

Grünneken
hinter den Häusern der Wannestraße und unterhalb der Schule verlaufender ehemaliger Weg, vom Ehrenmal an der Kirche bis zur alten Poststraße

Hackeland/Plackeland
Fläche zwischen der Ruhr und der B 7, ca. Mitte B 7 bis Fa.Perstop

Hagedornís Wiese
Wiese bei dem Haus am Sattel

Handweiser
Höhe am Ostbahnhof/Berbke

Hausstattswiese

Heerland

Herrenwiese/Herrenwiese-Bach
paralell zur B 229 in Richtung Niedereimer, mündet unterhalb des Wanneteiches in den Bach

Hermeshahn/Hermeshahnsiepen
Gelände links der Niedereimerstraße (Ortsausgang), ehemaliger Lehmbruch
Siepen durch den Lehmbruch nach oben

Heuweg/Heuwegsiepen;vorderste,hinterste
Weg links der Wannestraße nach der Straße Zum Sattel (Richtung Breitenbruch)

Himbeerkopf
kleiner Hang, rechts der Wannestraße gegenüber der ehemaligen "Krausen Buche"

Hofe, vor der
Gelände des ehemaligen Sägewerk Klauke an der Wannestraße und der Straße Zum Sattel links

Höhe, an der
Gelände zwischen der Niedereimerstraße, dem Grillplatz und Schnettlers Siepen

Hohe Wart
Parzelle links vom Steinweg, auf der Höhe

Hohlkesufer

Holzgraben
Siepen rechts der Wannestraße (Richtung Breitenbruch), Höhe ehem. "Krause Buche"

Hülsbrüche/Hülsberg
Höhe zwischen B 229 und dem Kampra

Hundertmorgen
Parzelle in der Verlängerung von Pastors Kopp in Richtung Möhne/Breitenbruch

Hundsbruch
Gelände links der Wannestraße zwischen Schwarzwaldstraße und Steinweg/Zum Sattel

Kampra/Kampraderen/Kampradensiepen
gegenüberliegender Weg der Straße Zum Sattel an der Wannestraße
Siepen entlang des Weges

Jagdhaushöhenweg
Grenzweg auf der Höhe zwischen Möhne- und Wannetal, vom Steinweg in Richtung Breitenbruch

Kartskamp/Karlskamp(Kaats)
Gelände zwischen Ruhr und Mühlengraben, von der Schlacht/Wehr bis Mitte B 7

Kahleberg
rechts der Berbke, der gesamte Hang

Kettlerswiese/Kettlerssiepen
ehemaliger Grenzbach zwischen Niedereimer und Bruchhausen
Wiese entlang des Baches

Klauken Wand
Steinbruch rechts am Sattel

Klausen Köppken
Höhe am Heuweg

Klein Bergesken
Gelände am Hudebach bis ht. Autobahn

Kohlgrabensiepen
Siepen rechts der Wannestraße (Richtung Breitenbruch) Höhe ehem. "ĄKrausen Buche"

Kolkrabensiepen
Siepen rechts der Wannestraße, Höhe ehem. ĄKrause Bucheď

Krause Buche
frührer knorrige Buche an der Wannestraße ca. Km 2,3

Kreuz, am steinernen/am roten
Fläche an der B 7, Polizisten-Gedenkstein

Kutscherkenwiese

Lacke/Lake
naß-sumpfiges Gelände unterhalb des Friedhofes bis Kleinbahnschienen
soll abgeleitetet sein vom römisch "Lacus" der See ?

Langenacke

Lautenpfad

Lemmberg
Höhe am Sattel, Richtung Bruchhausen

Lüninghof

Marswiese

Metten Wiese
ht. Gelände des Biotops an der Wannestraße

Metten Schlag
rechts und links der Schwarzwaldstraße

Niedereimer Barriere
ehemalige Zollstelle" am heutigen Gasthof Bienstein an der B 7

Niedereimerfeld
heute auch Niedereimerfeld

Oehmís (Biensteinís) Appelhof
ehemalige Wiese rechts von Fritzenís Fuhr

Ostbahnhof
Höhe des Berbkesiepens

Pastors Kopp
Höhe am Lemmberg

Pappelallee
Weg im Deinscheid zu den Kuhweiden bzw. Feldern bis zur Autobahn

Poststraße, alte/Alter Soestweg
alte Postverbindung von Arnsberg nach Soest durch den Wald
der Weg führte über Berbke, Kampra und Poststraße (2.Straße links der Wannestraße nach der Straße Zum Sattel)

Piepengraben, vorderste/hinterste
Zulauf links der Berbke

Prei, in der

Regenweg
Grenzweg auf der Höhe zwischen Möhne- und Wannetal, bis zur Kreuzung Steinweg

Roggenhahn
Parzelle links vom Steinweg, in der Nähe des Hauses

Ruhr, alte
Gelände zwischen den Kleinbahnschienen und der B 7, heute Gewerbegebiet "Alte Ruhr"/Dieselstraße

Saliesiepen
Siepen im Deinscheid, Zulauf zu den Teichen

Sauloch
vom Handweiser runter bis Kamprasiepen

Scharfenberg; vorderste, hinterste
höchste Erhebung vor Breitenbruch, links der Wannestraße (Richtung Breitenbruch)

Schlangenwiese
Gelände zwischen Gerwine und Schwarzwaldstraße, links der Wannestraße (Richtung Breitenbruch)

Schürholz
Gelände zwischen de Straßen Himmelpfortner Weg und Zur Dicken Eiche

Schultenhahn/Schultenhahnsiepen
sogenannter ĄHudesiepenď, heute Wohngebiet Hude

Schwarzwaldstraße
3. Straße links der Wannestraße (Richtung Breitenbruch)

Sinnsschlag
Gelände links von der Straße Zum Sattel und Wannestraße

Spremmberg
Gelände vorm Kampra an der Wannestraße, gegenüber von Krausen Buche

Sprink; vorderste, hinterste
Siepen zur "süßen Wiese", rechts der Wannestraße

Stemmberg/Stemmwegsiepen/Assmannís Weg
Weg und Höhe am und zum ehem. Stollen

Steinweg
heute die Straße Zum Sattel an der Wannestraße

Surkhahn, im/Surkhahnsiepen
Gelände der heutigen Straße Im Surkhahn
Siepen des Hudebach/ ehem. Hudeteich

Tempel/Tempelweg/Metten Tempel
Gelände an der Niedereimerstraße hinter dem Galgenberg

Vikariusbruch/Vikarsbruch
Gelände am Kampraweg

Wanne/Wannefeld
"Wane" abgeleitet vom altdeutschen, für groß/großer
Gelände rechts der Wannestraße (Richtung Breitenbruch)

Wiebusch

Wiese, alte
Wiese unterhalb Blöink (Eichhahn), zwischen Fritzenís Fuhr und Wannebach

Wiese, vorderste
heute Gelände der Fa. Aldi

Wiese, süße
oberhalb vom "Boom", rechts der Wannestraße (Richtung Breitenbruch)

Winterseite
Gelände rechts der Wannestraße (Richtung Breitenbruch), von Ortsausgang bis Autobahnbrücke

Wolfs Kuhle
Gelände an der Lemmberg Höhe

Ziegelei
ehemaliges Ziegeleigelände an der Dieselstraße

Zwölf Apostel
Gelände oberhalb der Auobahnabfahrt am Stemmbergweg






Straßennamen in Niedereimer - und ihre Bedeutung


Agathaweg:

Am Ende der Straße steht das Feuerwehrgerätehaus. Die Schutzpatronin der Feuerwehr ist die Heilige Agatha, zu ihren Ehren erhielt diese Straße ihren Namen. Vor der Neugliederung trug diese Straße, wie in vielen Stadtteilen ebenfalls den Namen Bergstraße. Den älteren Mitbürgern ist der Name "Schlurengasse" ebenfalls ein Begriff.

Am Hölzchen:

Gegenüber der heutigen Straße Am Hölzchen war frührer ein kleines Waldstück, das sogenannte "Oehm's Hölzchen". Bei der Namenssuche erinnerte man sich daran und so erhielt dieser Weg seinen Namen.

An der Höhe:

Dieser Name ist eine alte Flurbezeichnung, die bereits schon 1829 in den Flurkarten der Gemarkung Niedereimer eingetragen ist. Bei der Suche nach Namen für das Wohngebiet "Niedereimer Hude" entschied man sich diesen Namen wieder lebendig zu machen.

Auf der Hude:

Nach dem I. Weltkrieg wurde dieses Gelände urbar gemacht(l. und 2. Hude). Hier entstanden Wiesen- und Weideflächen von Privatpersonen. Nach der Neueinteilung 1950/52 erwarben die "Hudegenossen", die bis dahin Pächter dieser Flächen vom Staat waren, dieses Gelände. Bereits in den 60ziger Jahren begann man mit der Planung diese Flächen in Bauland umzuwandeln. Doch erst im Jahre 1997 konnte der Plan entgültig in die Tat umgesetzt werden. Diese Straße führt durch das gesamte Wohngebiet.

Dieselstraße:

Mit der Kommunalen Neugliederung mußten Straßennamen gefunden werden, die es nur einmal im gesamten Stadtgebiet gibt. So wurde die Arnsberger Straße in Dieselstraße umgewandelt. Rudolf Diesel war von Beruf Maschineningenieur und Erfinder des Dieselmotors; geb. 13.03.1858, gest. 30.09.1913.

Elsterweg:

Hier wurde, wie bei anderen Straßennamen im Dorf auch, der Weg nach einem Vogel benannt.

Himmelpfortener Weg:

Dieser Weg ist schon einige hundert Jahre alt und diente früher schon als Wallfahrts- oder Wanderweg. Der Weg führt in Richtung Möhnesse zum ehemaligen Kloster Himmelpforten bei Niederense. Zerstört wurde das Kloster in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 bei dem Angriff auf die Möhnestaumauer.

Hirtenstraße:

Dieses Gelände, zwischen dem Wannebach und der Schützenhalle, wurde vor der Bebauung in den 60-ziger Jahren als Kuhweide genutzt.

Im Surkhahn:

Schon ab 1926 wurden die Parzellen von der Gemeinde an Privatpersonen verkauft. Bis zu diesem Zeitpunkt standen hier Surkbäume, dieses sind Apfelbäume deren Frucht besonders sauer und klein sind. Da man zu einer Obstwiese, wie es diese war, auch Hain sagte, ist die eigendliche Schreibweise von "Hahn" falsch. Aber schon das erste Straßenschild wurde von der Hüstener Amtsverwaltung mit "Im Surkhahn" aufgestellt.

Im Wannefeld:

Diese Straße erhielt ihren. Namen aufgrund der Lage der Felder und Wiesen zwischen der Wannestraße und dem Wannebach. Aber auch das Wannefeld wird schon in einer alten Katastarkarte von 1829 genannt.

Kappenohl:

Eine genaue Klärung dieses Namens liegt nicht vor. Dieser Name setzt sich aber wohl aus zwei Wörten zusammen. "Kappe oder Kappen" scheint ein früherer Besitzer der Wald- oder Wiesen/Ackerflächen gewesen zu sein. Das "Ohl" ist der Zusammenfluß mehrerer Gewässer in einen Bach bzw. Fluß. Vor der Neugliederung hieß diese Straße Berbke, so wie der Bachlauf in unmittelbarer Nähe.

Klein Bergesken:

Klein Bergesken liegt heute im Gelände des Wohngebietes Hude. Ursprünglich war "Klein Bergesken" jedoch die Fläche unmittelbar am Hudebach. Viele Generationen haben hier im Wald Dorne oder Hütten gebaut. Um diesen Namen nicht zu vergessen, hat man bei der Straßenbenennung im Wohngebit Hude diesen Namen ausgewählt.

Lärchenweg:

Bei der Erschließung des Baugebietes "Evangelisches Hilfswerk" Anfang der 60-ziger Jahre wurde auch ein Name für diese neue Straße gesucht. Diese Straße sollte ebenfalls nach einem Vogel, der "Lerche", benannt werden. Doch die damalige Amtsverwaltung bestellte ein falsches Schild, daher der Baum Lärche.

Meisenweg:

Wie bei dem Elsterweg, gab man der Straße einen Vogelnamen.

Niedereimerfeld:

Nach der kommunalen Neugliederung mußte der alte "Kirchweg" unbenannt werden. Da an dieser Straße bis dato nur Felder und Wiesen lagen, gab man ihr den Namen Niedereimerfeld. Der erste Spatenstich für das Gewerbegebiet Niedereimerfeld erfolgte jedoch erst im Jahre 1977. Danach begann auch erst der Ausbau des Feldweges in den heutigen Zustand.

NiedereimerstraBe:

Wie in jedem Ort so gab es auch in Niedereimer eine Oberstraße. Dieser Name mußte 1975 weichen. So wurde aus der Oberstraße die Niedereimerstraße. Sie ist die längste, bewohnte Straße im Ortund führt vom Ortsanfang bis mitten ins Dorf. Vorschlag Teriet 1975: Zu den Rehbergen

Plackweg:

Der "Plackweg" ist eine alte Römerstraße. Dieser Weg befindet sich in der Nähe des Bockstalls oberhalb von Breitenbruch. Eigendlich führt dieser Weg durch den Wald in Richtung Oeventrop. Bei der Umbenennung der Straßen im Wohngebiet "Hude", wurde der einstige Plackweg in Richtung Wasserhochbehälter in "Auf der Hude" umbenannt und der Querweg erhielt den Namen "Plackweg".

Sauerlandstraße:

Da es im Stadtteil Hüsten schon die Arnsberqer Straße gab, mußte 1975 die Straße umbenannt werden. Zu diesem Zeitpunkt war es die einizge Verbindung (B 7) um ins Sauerland zu gelangen. So entschloß man sich dieser Straße den Namen Sauerlandstraße zu geben.

Schnettlers Siepen:

Wie schon bei der ersten Straßenumbennung bzw. Neubenennung im Jahre 1975 war man sich einig, keine Namen von noch lebenden Personen aus Niedereimer zu nehmen. So entschloß man sich, bei der Suche nach Straßennamen für das Wohngebiet "Hude", die neue Straße entlag des Siepens "Schnettlers Siepen" zu nennen. Auch einige ehemalige Parzellen von Schnettlers liegen an dieser Straße.

Schürholzstraße:

In den 50-ziger Jahren begann man die Parzellen oberhalb der Schützenhalle zu bebauen. Bei der Namenssuche wurde man schnell fündig und einig. So erhielt diese Straße einen alten Flurnamen, der schon in alten Katasterkarten von 1829 genannt wird.

Schultenhahn:

Der Schultenhahn ist wiederum eine alte Flurbezeichnung in der Gemarkung Niedereimer. Die richtige Schreibweise wäre hier eigendlich Schultenhahn. Hahn ist, genau wie bei Surkhahn, falsch. Woher jedoch die Bezeichnung Schultenhahn abzuleiten ist, konnte leider noch nicht genau geklärt werden.

Stephanusweg:

Nach dem Schulneubau 1965 an der Friedrichshöhe mußte ein neuer Name für die ehemalige Schulstraße gesucht werden. Hier entschloß man sich die Straße in Hubertusstraße umzubenennen. 1975 mußte erneut ein anderer Name gefunden werden. So wurde die Straße nach dem Kirchenpatron St. Stephanus benannt.

Wannestraße:

Diese uralte Straße führt ihren Verlauf parallel zum Wannebach. Daher war nichts naheliegender als dieser Straße den Namen Wannestraße zu geben. Diese Straße beginnt mit dem Wanneteich in Breitenbruch und endet mit der Einmündung des Baches in die Ruhr an der Sauerlandstraße. Im Laufe der Jahrhunderte erhielt die Straße jedoch immer wieder, aufgrund von Bachlaufbegradigung bzw. -verlegungen, einen anderen Verlauf.

Wassergasse:

Ehemals war es wohl ein feuchter Weg zwischen der Heutigen Niedereimerstraße und der Straße Zum Alten Brunnen, an dem nur das Sonntagshaus und das heutige Haus Prause lag. Auf der linken Seite der Straße befand sich ein tiefer Graben, hier floß das Wasser hinunter. Vor dem heutigem Haus Prause sammelte sich das Wasser in den Wiesen. Um den Seiteneingang dieses Hauses zu erreichen mußte man einen Steg überqueren. Bei dem Anschluß an die Kanalisation wurden die Gräben zugeschüttet .

Wulwes Kamp:

Bevor dieses Gelände in den 60-ziger Jahren zum Baugebiet wurde, gehörte es dem Landwirt Franz-Friedrich Bienstein sen.. Er verkaufte die Urendstücke zu damalig recht günstigen Preisen für den sozialen Wohnungsbau in Niedereimer. Dieser hatte zu seinen Lebzeiten den Beinamen "de olle Wulw". Um diesen Mann nicht zu vergessen wurde 1975 aus der Kampstraße der Wulwes Kamp. Mit "Kamp" wurde eine Weide bzw. Kuhweide bezeichnet.

Zum Alten Brunnen:

Vor 1975 trug diese Straße den Namen Mittelstraße. Durch die Zusammenlegung der Orte mußte ein neuer Name gefunden werden. Da sich bis zum Anschluß an die Wasserleitung im Jahre 1912 an der Einmündung der Wassergasse der Dorfbrunnen befand, war schnell ein neuer Name gefunden. Vorschlag Teriet 1975: Churchillstraße

Zum Eichhahn:

Mit dem Haus des damaligen Aussiedlerhofes Grüne/Blöink mußte auch ein Straßenname für diesen Feldweg gesucht werden. Da sich früher an dieser Straße ein Eichenhain befand, hatte man schnell einen Namen gefunden. Jedoch wird auch hier die Schreibweise mit Eichhahn verwechselt.

Zum Handweiser:

Der Handweiser ist eine Straßenbezeichnung auf der Hude. Wenn man diesen Weg weiter gehen könnte, käme man zum "Handweiser". Der Handweiser ist eine im Wald, nahe Breitenbruch, gelegene Stelle von wo aus sich früher viele Wege abzweigten.

Zum Sattel:

Vor 1975 auch Steinweg genannt, ist etwa in der Hälfte der Wannestraße zwischen Niedereimer und Breitenbruch. An diesem Waldweg befindet sich ein Haus der Familie von Fürstenberg/Herdringen sowie die ehemalige "Klauken Wand" und "Sinsschlag". Auf der Höhe dieses Weges ist eine "Wasserscheide", sie teilt das Wannetal von dem Möhnetal. An diesem Waldweg liegt die Parzelle mit dem Namen "Zum Sattel". Daher hat sie wohl ihren Namen erhalten. Noch heute ist "Steinweg" eine Bezeichnung auf Flurkarten.

Zum Stollen:

Diese Straße liegt im Wohngebiet Hude. Der Stollen jedoch liegt viel weiter oben im Sternberg und diente früher der Wasserversorgung in Niedereimer. Wenn man jedoch dem Weg folgen könnte, käme man am alten Stollen heraus. Mit dem Anschluß an das öffentliche Wassernetz verlor der Stollen seine Bedeutung. Seit Anfang der 50-iger Jahre verfiel der Stollen mehr und mehr. Mitte der 80-Eiger Jahre wurde der Stolleneingang durch den Arbeitskreis Dorfgeschichte wieder freigelegt.

Zur Deinscheid:

Die Bezeichnung Deinscheid ist eine Flurbezeichnung in der Gemarkung Niedereimer. Diese Flur liegt zwischen Niedereimer und Bruchhausen.

Zur Dicken Eiche:

Bis zum Jahre 1975 hatte diese Straße den Namen Habichtsweg. Um auch hier Verwechselungen vorzubeugen wurde diese Straße umbenannt. Es wurde die Bezeichnung "Zur Dicken Eiche" geschaffen. Hiermit wollte man an den einst mächtigen Baumriesen im nahe gelegenen Wald erinnern, der am 23. August 1923 verbrannte.

Zur Friedrichshöhe:

Auch diese Straße wurde bei der kommunalen Neugliederung von Schützenstraße in "Zur Friedrichshöhe" umbenannt. Hier wollte man an den Besuch des späteren Kaiser Wilhelm I. im Jahre 1853 erinnern. Der Kaiser muß diesen Weg benutzt haben als er die "Dicke Eiche" besuchte.



Dorfplan